Jenseits des Lakritzäquators

Ich bin fester  Überzeugung, dass in Deutschland ein äquatorialer Grenzübergang verläuft, was den Konsum von Lakritzen anbelangt. Das schwarze (Süßigkeiten-)Gold ist eine der gesündesten Naschereien überhaupt – schließlich wirken sie (im Maßen genossen!!!) gegen Erkältung oder Magenbeschwerden, bei Frauen angeblich sexuell stimulierend, Männer müssen das Gegenteil fürchten.
Ein Faktum zu Lakritzen bleibt jedoch offen: Wenn ich aus meiner Mittagspause komme mit einem Heißhunger auf Katzenpfötchen…wieso möchte trotz Aufforderung keiner meiner Kollegen einen Griff in meine Tüte wagen?
Warum werden die einzelnen Lakritzschnecken-Tütchen aussortiert und Colaflaschen oder Gummibärchen bevorzugt? Und warum gibt es in vielen Supermärkten fast gar keine Lakritze – auf keinen Fall aber Salzige Heringe oder Salmiak-Lakritze?
Warum muss ich mich im hier mit niemandem um das Lakritzkonfekt (und seit neustem die Vampire) in der HARIBO Colorado-Tüte streiten – ganz im Gegensatz zu den kriegsähnlichen Zuständen denen ich bei meiner Familie in Norddeutschland ausgesetzt bin.
Um den wichtigen Fragen des Alltags auf den Grund zu gehen hilft nur eins: Google. Und tatsächlich…die wohl einzige Internetsuchmaschine, der ein  Verb im Duden gewidmet ist, fand für mich die Lösung. In Nordeuropa sind Lakritze sehr beliebt, in Südeuropa werden sie höchstens in der süßen Variante gegessen, wenn sie nicht als Bärendreck beschimpft werden. Den Lakritzäquator gibt es also tatsächlich. Ob die Begründung, dass das an der salzigen (See-)Luft in Norddeutschland liegt, richtig ist, weiß ich nicht.  Aber zumindest habe ich meinen Lieblingsmittagssnack ganz für mich allein.

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Ich bin fester  Überzeugung, dass in Deutschland ein äquatorialer Grenzübergang verläuft, was den Konsum von Lakritzen anbelangt. Das schwarze (Süßigkeiten-)Gold ist eine der gesündesten Naschereien überhaupt – schließlich wirken sie (im Maßen genossen!!!) gegen Erkältung oder Magenbeschwerden, bei Frauen angeblich sexuell stimulierend, Männer müssen das Gegenteil fürchten.

Ein Faktum zu Lakritzen bleibt jedoch offen: Wenn ich aus meiner Mittagspause komme mit einem Heißhunger auf Katzenpfötchen…wieso möchte trotz Aufforderung keiner meiner Kollegen einen Griff in meine Tüte wagen?

Warum werden die einzelnen Lakritzschnecken-Tütchen aussortiert und Colaflaschen oder Gummibärchen bevorzugt? Und warum gibt es in vielen Supermärkten fast gar keine Lakritze – auf keinen Fall aber Salzige Heringe oder Salmiak-Lakritze?

Warum muss ich mich im hier mit niemandem um das Lakritzkonfekt (und seit neustem die Vampire) in der Haribo Colorado-Tüte streiten – ganz im Gegensatz zu den kriegsähnlichen Zuständen denen ich bei meiner Familie in Norddeutschland ausgesetzt bin.

Um den wichtigen Fragen des Alltags auf den Grund zu gehen hilft nur eins: Google. Und tatsächlich…die wohl einzige Internetsuchmaschine, der ein  Verb im Duden gewidmet ist, fand für mich die Lösung. In Nordeuropa sind Lakritzen sehr beliebt, in Südeuropa werden sie höchstens in der süßen Variante gegessen, wenn sie nicht als Bärendreck beschimpft werden. Den Lakritzäquator gibt es also tatsächlich. Ob die Begründung, dass das an der salzigen (See-)Luft in Norddeutschland liegt, richtig ist, weiß ich nicht.  Aber zumindest habe ich meinen Lieblingsmittagssnack ganz für mich allein.

NOISE macht’s möglich: Dein neuer Look

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Foto: Maike Frech

Ihr seid noch auf der Suche nach dem neuen Look für den Herbst? NOISE macht’s möglich: Ihr könnt euch von echten Profis eine aktuelle Trendfrisur und ein Profi-Makeup verpassen lassen. Dazu gibt es noch einen Brillengutschein und ein professionelles Foto-Shooting (ihr erhaltet drei Abzüge). Insgesamt hat das Styling-Paket einen Wert von rund einhundert Euro. Je eine junge Frau und ein junger Mann können gewinnen.

Was ihr dafür tun müsst: Kommt am kommenden Dienstag, 31. August, um 18 Uhr zum City Friseur an der Clichystraße 10. Dort erwarten euch die Fachleute zum Casting. Die beiden Gewinner erhalten ab dem 5. September ihren neuen Look.

Infos unter www.cityfriseur-hdh.de.

Wer hat was gesehen?

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Seit über einem halben Jahr stellt Anna-Lena Buchmaier jeden Samstag auf NOISE Weekly in den Heidenheimer Tageszeitungen wundersame Dinge vor, die sie “gesehen” (so der Titel der Serie) hat. Dies reichte bislang von bizarren Massagegeräten über originelle Kotztüten bis hin zu Teppichen im Wurst-Look. “Ich glaube, ich habe so langsam wirklich alles gesehen”, stöhnte Anna kürzlich in der Redaktion – und schrieb kurzerhand sechs neue Folgen.

Trotzdem: Wir wollen auch wissen, was IHR gesehen habt! Einen total irren T-Shirt-Aufdruck? Die verrückteste Webseite aller Zeiten? Den sinnvollsten Nonsense überhaupt? Schickt euer “Gesehen” mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung an redaktion@noise-online.de. Wir veröffentlichen eure Beiträge dann hier.

Hoch hinaus

4 von 5 Deutschen laufen sich auf schlechten Schuhen die Füße kaputt hieß es letzte Woche in einer Studie. Während ich noch lese, an meine Bein herunterschaue und das 8 cm hohe Schuhwerk betrachte, muss ich mir eingestehen: Hey, Lisa – du gehörst dazu!!!
Mit dem Dazugehören ist das ja immer so eine (meist ungesunde) Sache. Diejenigen, die zur Gruppierung der Raucher gehören, riskieren beim Nikotin-„Genuss“ die Gesundheit ihrer Lungen. Diejenigen, die gern auf High-Heels durch die Gegend sparzieren,  riskieren die Gesundheit Ihrer Füße.
Doch wann ist diese Risikofreude entstanden? Warum schlägt mein Herz bei hohen Schuhen schnelle rund nicht bei der Aussicht auf gesunde Füße?
Um diese Frage beantworten zu können, muss man die Zeit zurück drehen. Zurück ins Kinderzimmer. Wir schreiben das Jahr 1998. Und zum ersten Mal in meinem zugegebenermaßen noch nicht allzu langen Leben wurde mein Herz gebrochen. Nicht durch den Regierungswechsel. Nicht wegen des Viertelfinal-Ausscheidens der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM. Es gab tatsächlich noch ein anderes Ereignis, dass das Jahr 1998 geprägt hat: Die Trennung der Spice Girls.
Eben jene 5 Mädels  bildeten damals den Mittelpunkt meiner kleinen Clique, fasziniert von der unvergleichlichen Art, wie die Spice Girls in Backstreet Boy-Zeiten „Girlpower“ propagierten. Und ihre Liebe zu grenzwertiger Kleidung und Plateauschuhen.
Meine Mädels und ich waren in unserer Freizeit damit beschäftigt, uns zu verkleiden, die großen Hits der Spice Girls nachzusingen und passende Choreografien einzustudieren. Jeder von uns hatte einen festen Part auf unserer Bühne (eine Matratze) als Geri, Emma, Mel B, Mel C und Victoria. Natürlich durfte bei unserer fabulösen Bühnenshow das passende Outfit nicht fehlen. Wir hatten die Hot-Pants, die Miniröcke, die Bodies, die Netzstrumpfhosen und auch die seitlich aufknöpfbare Adidas Jogginghose für Sporty Spice. Es fehlte uns einzig und allein an Plateauschuhen. An High Heels.
Dieser Missstand schwächte unsere Bühnenshow enorm und in unserer kindlichen Naivität fürchteten wir, dass dies der Grund war, warum unser Auftritt auf dem großen Kinderfest unserer Grundschule nicht erlaubt wurde (und nicht etwa der Umstand, dass sich 9-jährige wie 25-jährige kleideten und bewegten). Unseren Müttern war es egal, wie viel Herzensblut in unsere Proben steckte. Sie verboten uns kurzerhand den Spice Girls ebenbürtige Schuhe zu tragen. Sie schienen schlichtweg nicht zu verstehen, dass High Heels und Spice Girls untrennbar voneinander sind, sondern plädierten pro Fußgesundheit.

An dieser furchtbaren Engstirnigkeit scheiterte nicht nur unser Auftritt beim Kinderfest, unsere Bühnenshows waren Vergangenheit. Genauso wie kurz darauf die Spice Girls. Dieses Trauma muss aufgearbeitet werden – mit Hilfe hoher Schuhe natürlich, die wir im Zeitalter der elterlichen Unabhängigkeit vollstens auskosten können, ohne Vorträge über Fußgesundheit. Und sollten unsere Füße Schaden nehmen… dann können wir  eventuell  noch unseren Kindern verbieten hohe

Schuhe zu tragen – ihr wisst schon, pro Fußgesundheit

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4 von 5 Deutschen laufen sich auf zu engen, zu kleinen oder zu großen Schuhen die Füße kaputt, hieß es letzte Woche im “Deutschen Fußreport 2010″. Während ich noch lese, schaue ich an meinem hinunter und betrachte das 8 cm hohe Schuhwerk. Ich muss gestehen: “Ich gehöre dazu!!!”

Mit dem Dazugehören ist das ja oft eine ungesunde Sache. Diejenigen, die zur Gruppierung der Raucher gehören, riskieren beim Nikotin-„Genuss“ die Gesundheit ihrer Lungen. Diejenigen, die gern auf High-Heels durch die Gegend spazieren,  riskieren die Gesundheit ihrer Füße.

Wann ist diese Risikofreude entstanden? Warum schlägt mein Herz bei hohen Schuhen schneller und nicht bei der Aussicht auf gesunde Füße?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man die Zeit zurück drehen. Zurück ins Kinderzimmer. Wir schreiben das Jahr 1998. Und zum ersten Mal in meinem zugegebenermaßen noch nicht allzu langen Leben wurde mein Herz gebrochen. Nicht durch den Regierungswechsel. Nicht wegen des Viertelfinal-Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM. Es gab tatsächlich noch ein anderes Ereignis, das das Jahr 1998 geprägt hat: Die Trennung der Spice Girls.

Eben jene fünf Mädels bildeten damals den Mittelpunkt des Interesses meiner kleinen Clique, fasziniert von der unvergleichlichen Art, wie die Spice Girls in Backstreet Boy-Zeiten „Girlpower“ propagierten. Und ihre Liebe zu grenzwertiger Kleidung und Plateauschuhen.

Meine Mädels und ich waren in unserer Freizeit damit beschäftigt, uns zu verkleiden, die großen Hits der Spice Girls nachzusingen und passende Choreografien einzustudieren. Jeder von uns hatte einen festen Part auf unserer Bühne (eine Matratze) als Geri, Emma, Mel B, Mel C und Victoria. Natürlich durfte bei unserer fabulösen Bühnenshow das passende Outfit nicht fehlen. Wir hatten die Hot-Pants, die Miniröcke, die Bodies, die Netzstrumpfhosen und auch die seitlich aufknöpfbare Adidas Jogginghose für Sporty Spice. Es fehlte uns einzig und allein an Plateauschuhen. An High Heels.

Dieser Missstand schwächte unsere Bühnenshow enorm, und in unserer kindlichen Naivität fürchteten wir, dass dies der Grund war, warum unser Auftritt auf dem großen Kinderfest unserer Grundschule nicht erlaubt wurde (und nicht etwa der Umstand, dass sich Neunjährige wie 25-Jährige kleideten und bewegten). Unseren Müttern war es egal, wie viel Herzensblut in unseren Proben steckte. Sie verboten uns kurzerhand, den Spice Girls ebenbürtige Schuhe zu tragen. Sie schienen schlichtweg nicht zu verstehen, dass High Heels und Spice Girls untrennbar voneinander sind, sondern plädierten pro Fußgesundheit.

An dieser furchtbaren Engstirnigkeit scheiterte nicht nur unser Auftritt beim Kinderfest, unsere Bühnenshows waren Vergangenheit. Genauso wie kurz darauf die Spice Girls. Dieses Trauma muss aufgearbeitet werden – mit Hilfe hoher Schuhe natürlich, die wir im Zeitalter der elterlichen Unabhängigkeit vollstens auskosten können, ohne Vorträge über Fußgesundheit. Und sollten unsere Füße Schaden nehmen… dann können wir  eventuell  noch unseren Kindern verbieten hohe Schuhe zu tragen – ihr wisst schon: pro Fußgesundheit!

10 x 2 Kinokarten zu gewinnen

Vor kurzem ist der Film “Das A-Team – Der Film” in den Kinos angelaufen. Dazu verlost NOISE gemeinsam mit Kino-Center und Capitol Heidenheim 10 x 2 Eintrittskarten für einen Film eurer Wahl. Wer mitmachen will, erfährt alles Weitere in Ausgabe 11 von NOISE. Alle Abonnenten von HZ und HNP erhalten das Magazin heute frei Haus. Ab morgen, Samstag, 21. August, ist NOISE außerdem überall erhältlich, wo es die Heidenheimer Tageszeitungen gibt. Einsendeschluss ist am Freitag, 3. September.

Fleischfresser

NOISE Kolumne - Fleischfresser

Bestellt man in einem Restaurant ein fleischloses Gericht, muss man teilweise mit krummen Blicken rechnen. Vegetarier sind wirklich nicht die angesehenste Gruppierung der Gesellschaft. Sie müssen mit Vorurteilen leben. Blass sind sie. Pickelig. Notorische Spaßbremsen, die bei McDonalds den Zeigefinger erheben. Viel lustiger, als sich die Gespräche der überzeugten Fleischfresser über eine fleischlose, und damit vermeintlich menschenuntypische Ernährung, anzuhören, ist aber ihnen zuzusehen. Und ihr Verhalten beim Essen zu … belächeln.

Die Gattung des überzeugten Fleischfressers setzt sich an den Tisch und erwartet lüstern die Speisekarte. Oh mein Gott – welches Fleisch soll er nur nehmen? Ein starkes Rind, ein zartes Lamm oder ein saftiges Rehkitz? Lieber den kleinen Frischling oder das junge Kaninchen? Die Qual der Wahl ist hart – Pute oder Schwein, bekommt man ja jeden Tag zu Haus, daher nicht bestellenswert.

Während des Wartens auf die schmackhaft saftige Hauptspeise wird ein quasi-philosophischer Schwank über die Nahrungskette gehalten, um die Fleischeslust zu legitimieren. Warum haben Menschen denn überhaupt Zähne – nicht um zu grinsen, sondern um mundgerechte Häppchen eines Tieres zu verdrücken, das in der Nahrungskette selbstverständlich weit unter einem steht.Wildes Gebrüll und arrogantes Weinglasgeschwenke. Ob die Nahrungskette in Zeiten von Viehzucht und Massentierhaltung außerhalb des „Königs der Löwen“ noch existiert? Naja, wer’s braucht…

Dann kommt das tote Vieh an den Tisch – garniert mit ein paar Kartöffelchen und in Soße getunkt fällt es kaum auf, dass das Große auf dem Teller mal ein Bambi war oder ein Schweinchen Babe. Dann fängt die Gattung des überzeugten Fleischfressers an zu schwärmen, wie zart Bambis Oberschenkel schmeckt. Wie edel es eingelegt wurde. Und wie es auf den Punkt Medium gebraten wurde – sodass man genau sieht, dass dieses Lebensmittel vor wenigen Tagen noch durch die Gegend gehüpft ist.

Warum vegetarische Gerichte immer so negativ beäugt werden und warum besonders Männer den Drang haben, möglichst große Massen an totem Getier in sich reinzuschaufeln, weiß ich auch nach dieser unfreiwilligen Comedy nicht. Vielleicht kann es mir ja hier jemand sagen?

NOISE ist nominiert

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Diese Woche gab es ein außergewöhnliches Treffen der NOISE-Redaktion. Wir hatten dafür einen guten Grund: NOISE ist für den bayerischen Printmedienpreis 2010 nominiert. Und darauf sind wir sowas von stolz, dass wir es gar nicht beschreiben können. Für uns ist das so toll wir für Filmleute eine Oskarnominierung.

Wir haben diese Woche bei der Konferenz weniger über anstehende Themen geredet, sondern ein paar kleine Filmchen von uns gedreht, die die Jury haben wollte: Unter anderem durfte jeder einmal nett in die Kamera winken.

Zwei lange Monate werden wir nun auf die Folter gespannt, bis wir erfahren, wer der Preisträger ist. Dieser wir am 14. Oktober in München bekannt gegeben. Können sich die Juroren denn nicht vorstellen, wie nervenaufreibend das lange Warten ist? Müssen die uns so lange auf die Folter spannen?
Liebe Noise-Leser: drückt uns die Daumen!

Die ersten Fahrstunden

Irgendwie ist es doch so, dass in der Jugendzeit ein Highlight dem anderen folgt, oder?! Zumindest kommt es mir selbst in den letzten Wochen so vor – und dann hatte ich meine ersten beiden Fahrstunden.

Nachdem mein Fahrlehrer und ich diesen ersten Termin vor ein paar Tagen festgelegt hatten, stellte sich bei mir augenblicklich eine gewisse Vorfreude ein – die genau bis zum besagten Tag anhielt. Die Nervosität und die Angst vor einer üblen Blamage oder Unfähigkeit schafften es dann doch, sich bei mir bemerkbar zu machen. Noch dazu kam, dass genau eine Stunde vor diesem abgemachten Termin das Wasser nur so vom Himmel zu fallen begann. Mir graute es ja sowieso schon  vor den ganzen Pedalen, Hebeln, Knöpfen und Spiegeln… und den Anforderungen meines Fahrlehrers an mich. Da mussten doch nicht auch noch die hin und her rasenden Scheibenwischer hinzu kommen?! Während ich mir schon die schlimmsten Szenarien ausmalte und immer mehr Angst bekam, überlegten es sich die Wolkenmassen doch noch einmal anders und stellten netterweise das Wasser ab.

Nachdem ich mir ein wenig Mittagessen aufgezwungen hatte, fuhr mich meine Mom kurzerhand zur Fahrschule – ansonsten wäre ich nämlich zu spät gekommen. Dort angekommen wurden mir sogleich auch schon die drei Pedale erklärt, die Einstellung des Sitzes und der Spiegel sowie die Kupplung. Nachdem ich das Auto ein paar Mal “kommen lassen” hatte, sollte ich auf die Straße fahren. Ich war ziemlich schockiert, wie man mich nach einer Viertelstunde schon in einem Auto auf die Straße loslassen konnte. Bis zur nächsten Abzweigung in ein kleineres, ziemlich unbefahrenes Sträßchen schaffte ich es dann doch mit Hilfe meines Fahrlehrers und sollte dort dann mehrmals anhalten und wieder losfahren. Das klappte aber auch nur so hervorragend, weil ich mich in diesen paar Metern lediglich auf die Pedale konzentrieren musste. Um den Rest kümmerte sich zu diesem Zeitpunkt noch mein Fahrlehrer. Als ich ein paar Seitensträßchen weiter allerdings auch noch in den Rück- und Seitenspiegel sowie über meine Schulter schauen, nebenher noch Blinken, das Lenkrad im Griff haben und die richtigen Pedale zur richtigen Zeit mit der richtigen Stärke drücken sollte, war ich eindeutig überfordert. Außerorts gestaltete sich das Fahren jedoch verhältnismäßig einfach, denn man muss eigentlich nicht abbiegen oder anhalten.

Dabei ist es schon ein komisches Gefühl, selbst zu fahren. Bis jetzt erschien es mir als etwas Unerreichbares der Erwachsenenwelt – und man lernt die Straßen aus einer ganz anderen Perspektive kennen, nämlich aus der des Fahrers.

Da ich jetzt hier nicht aufzählen möchte, welche Sträßchen ich in welcher Reihenfolge abgefahren habe, beschränke ich mich auf meine persönlichen Highlights. Dass ich hierbei nicht davon erzähle, wie ich es problemlos geschafft habe, an einem Berg anzufahren, ist wohl klar – das würde nämlich keinen interessieren. Aber ich habe auch noch etwas anderes auf Lager. Ich sollte beispielsweise rückwärts in eine Straße fahren, was sich als die schwierigste Aufgabe überhaupt herausstellte. Rückwärts… und dann ging es auch noch leicht bergab… in der ersten Fahrstunde. Dabei kann ich die Länge und Breite des Autos nicht einmal beim Vorwärtsfahren einschätzen! Nichts desto trotz stellte ich mich der Aufgabe. Irgendwann musste ich mich blamieren – dann besser gleich zu Beginn, wo ich sowieso nichts kann. Anfangs eierte ich ein wenig umher, doch dann kam ich so durcheinander, dass ich im Endeffekt fast quer in der Straße stand. Glücklicherweise war kein anderes Auto unterwegs, das sich behindert hätte fühlen können und mir war es mit viel Anstrengung möglich, wieder nach oben zu fahren. Natürlich nicht, ohne durch meine super Einschätzung, was die Länge des Autos anbelangt, beinahe auf den Gehweg zu rauschen.

Ein andermal fuhr ich in Steinheim die Hauptstraße entlang in Richtung Kreisel. Ich versuchte vorbildlich der nächsten Anweisung meines Fahrlehrers zu folgen und auf den Lidl-Parkplatz einzubiegen. Die Betonung liegt allerdings auf “versuchte”, denn so sehr ich mich bemüht hatte, den Autos hinter mir keine Umstände zu bereiten, würgte ich selbstverständlich den Wagen ab. Natürlich waren gerade einige Leute mit dem Auto unterwegs und standen in einer Schlange hinter mir. Das weiß ich so genau, weil ich, anstatt das Auto schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen und aus dem Weg zu bewegen, zuerst einmal interessiert in den Rückspiegel schaute. Im Wagen direkt hinter mir schien sich eine Frau prächtig über mich zu amüsieren – und ihre Beifahrerin auch. Nachdem ich den Vorteil in dieser Situation gesehen hatte, nämlich dass die beiden Frauen etwas zu lachen hatten und sich nun bestimmt von ihren ersten Fahrstunden erzählten, kam mir langsam auch der Nachteil in den Sinn – ich stand mitten auf der Fahrbahn und hinderte die anderen an der Weiterfahrt. Also noch einmal ganz langsam und konzentriert das Auto aus dem Weg in die Einfahrt fahren: Kupplung treten und den Motor neu starten, dann den ersten Gang einlegen. Nun Blinker betätigen, erst in den Rück- dann in den Außenspiegel sehen, Schulterblick, die Kupplung langsam loslassen, etwas Gas geben, nach rechts lenken – und die Gefahr war gebannt.

Die letzte große Prüfung für meine Nerven war gekommen, als die Stunden schon beinahe um waren. Ich war zu mir nach Hause gefahren und sollte dort nun seitwärts an die Straße parken. Allerdings durfte ich nicht einfach vorwärts reinfahren, sondern sollte neben das Auto meines  Nachbarn fahren und dann rückwärts einparken – so richtig mit Lenkrad einschlagen und so. So ein Auto rangieren ist gar nicht so einfach, immerhin ist es immer noch schwer gewesen, einzuschätzen, wie lang und wie breit es ist. Als der Wagen dann endlich akzeptabel hinter dem unbeschadeten Wagen meines Nachbarn stand, waren meine ersten Fahrstunden beendet und ich froh, es überstanden zu haben.

Merke: Wer meint Frauen wären unberechenbar, wenn sie einem wutentbrannt gegenüberstehen, der ist noch keiner Fahranfängerin in einem Auto begegnet.

Heißhunger

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Kaum habe ich meine Finger an die Tastatur gelegt, geistert mir wieder nur  ein Thema im Kopf herum: Essen.

In letzter Zeit bin ich für meine kulinarischen Gelüste bekannt, denen ich gut und gern nachgebe.  Als ich letzte Woche spät am Abend noch am Ulmer Bahnhof weilte, sah ich bei einem Blick über die Buchkante eine Nordsee-Filiale. An sich nichts Besonderes. Im Gegensatz zur Filiale in Heidenheim hatte diese Nordsee-Filiale allerdings ein Sushi-Regal.

Sushi. Zu lang her war meine letzte Begegnung mit dem japanischen Reis-Fisch-Gemisch. Meine Geschmacksnerven mussten sich wahrlich anstrengen, um den Geschmack wieder in meinen Mund zu holen. Aber dann war er da. Der einzigartige Sushi-Geschmack.

Als ich eine Seite in meinem doch sehr spannenden Schmöcker zum wiederholten Male beginnen musste, um überhaupt zu verstehen worum es ging, war mir klar, dass ich in diesem Moment nicht das Buch, sondern etwas gänzlich anderes wollte. Sushi…Reis, Fisch und Algen, die das Wasser flutenartig in meinem Mund zusammen laufen ließ.

Also nahm ich meine Beine in die Hand und stürzte mich vor den Nordsee-Tresen, bevor dieser seine gläsernen Pforten schließen würde. Ich kaufte mir eine dieser netten kleinen Sushiboxen und machte mich auf den Weg zum Zug. Als ich mich schließlich gemütlich auf der Couch meiner Heidenheimer Wohnung niedergelassen hatte und die Sushi-Box endlich öffnen konnte, läuteten die gesammelten Heidenheimer Kirchenglocken die Uhrzeit: 23.45 Uhr. Die richtige Uhrzeit für Sushi??? Für mich ja. Für meine Freundin, mit der ich zu diesem Zeitpunkt telefonierte, ein eindeutiges Schwangerschaftsindiz.

Jagd nach Schokolade

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In der letzten Woche war es mal wieder so weit: Durch die unvermittelte Anwesenheit einer Süßware namens Schokolade nahm meine Sucht nach eben jener unübersehbare Ausmaße an – und das öffentlich! Schokolade als Droge – mit einer solch starken Wirkung, dass ich selbst nicht mehr Herrin meiner Sinne war. Gerad noch wandelte ich ganz unschuldig auf dem Weg zum Bahnhof Heidenheim, als mir auf Höhe der Post beim Anblick eines jungen Mannes, der ein Paket von gar zauberhaftem Inhalt packte, ganz schwummrig wurde.

Ein ganzer Schuhkarton voll „Ritter Sport“-Schokolade. Voller bunter, quadratischer Täfelchen – jede mit einer anderen zauberhaften Geschmacksrichtung. Ich kam näher an den Karton und konnte seinen Inhalt in voller Pracht bestaunen. Da war Marzipan, da war Nougat, da war Milchcrememandel und Olympia, da war raffiniertes Kokos und schlichte Alpenmilch. Unwillkürlich klappte meine Kinnlade runter, mein Mund weit offen, gierte nach diesem Hochgenuss der Sinnesfreuden.

Warum ich den Weg in Richtung Bahnhof ging? Vergessen. Was ich eigentlich wollte? Na, jetzt nur noch Schokolade. Der holde Jüngling, der dieses Paket voll Gaumenfreuden packte, schien das auch zu merken und brach in Lachen aus, als ich mich zu ihm drehte und die Sucht aus mir sprach: „Werden die alle weggeschickt?“

„Ja, ein Geschenk für meine Schwester“, entgegnete er. Gute Nachricht: Super Geschenkidee – Kartons mit „Rittersport“-Schokolade, unbedingt für den nächsten Geburtstag einer entfernt wohnenden Freundin merken! Schlechte Nachricht: Wenn er seine Schwester mit der Schokolade beglücken wollte, blieb sicher nichts mehr für mich über! Oh, Schreck!

Wahnsinn – auch diesen Gedankengang schien man an meiner von der Sucht getriebenen Mimik erkennen zu können. Der junge Mann bat mir doch tatsächlich eine Tafel an. Er habe sowieso zu viele gekauft, sie passen nicht alle in den Karton. Glück auf, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor! Ich durfte mir zwischen ein paar Übrigbleibseln eine Tafel auswählen. Mein Tag war gerettet!