Eine Tüte Chips 99 Cent, ein Kilogramm Fleisch fünf Euro. Und der kuschelige Wollpullover kostet im Sonderangebot 39 Euro. Aber wer bestimmt eigentlich die Preise?

Stellt euch vor, nach monatelanger Entwicklungszeit mit Geschmackstests, Rezeptexperimenten und unzähligen Entwürfen der Verpackung bringt die Firma Slowfood eine neue Sorte Kartoffelchips auf den Markt. Die neuen Chips schmecken nicht nur viel besser (wirklich?), sie werden auch niemals alt und sind auch noch total stylish verpackt. Slowfood möchte natürlich so viele Packungen wie möglich an den Mann bringen, deshalb sollen die neuen Chips für gerade Mal 60 Cent in den Supermärkten verkauft werden. Ein unschlagbarer Preis, denn alle anderen Hersteller von Kartoffelchips verkaufen ihre für mindestens einen Euro. Gewinn macht die Firma Slowfood aber trotzem, weil ihre Chips nicht nur besser schmecken, sondern weil sie die auch noch viel billiger herstellen können.

Foto: Claudia Hautumm / Pixelio.de

Foto: Claudia Hautumm / Pixelio.de

Die halbe Welt stürzt sich jetzt also auf die neuen, billigen und guten Chips, was schnell dazu führt, dass nicht jeder die billigen Kartoffelchips kaufen kann. Die der Konkurrenz bleiben dagegen in den Regalen liegen. “Mist, was machen wir denn jetzt?”, steht der überraschten Konkurrenz ins Gesicht geschrieben. “Erstmal die Preise senken, bis wir was Neues haben!” Ab sofort liegen also die anderen Kartoffelchips auch für 60 Cent im Laden, und siehe da: sie werden wieder gekauft. Ein Kartoffelchips-Produzent konnte aber nicht mitmachen bei der Preissenkung, weil er vor einigen Wochen Kartoffeln zu einem viel höheren Preis eingekauft hatte, als seine Konkurrenten. Seine Chips will nun niemand haben. Ein anderer Hersteller kann seine Chips auch nicht für 60 Cent anbieten, weil die Produktionskosten so hoch sind, dass er nichts mehr übrig hätte. Er beschließt, in Zukunft lieber Schoko-Bonbons herzustellen.

Habt ihr’s gemerkt? Erst hatte eine Tüte Chips noch einen Euro gekostet. Jetzt, nachdem die Firma Slowfood ihre billiger verkauft, ist der Preis gesunken. Immer weniger Leute wollten die teuren Chips kaufen, die Nachfrage war gesunken. Aber 60 Cent sind die Kunden bereit zu bezahlen. Deshalb verkaufen die anderen Hersteller ihre Chips jetzt auch zu diesem Preis. Es gibt nun genauso viele billige Kartoffelchips, wie Leute gibt, die sie kaufen wollen. Es besteht also ein “Gleichgewicht” zwischen Angebot und Nachfrage.

Warum das nicht mit allen Produkten so funktioniert und warum der Staat manchmal an den Preisen dreht, das erfahrt ihr in der nächsten Folge.

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