Zugegeben: Das Datum war nicht sehr geschickt gewählt. Man tat sich schon etwas schwer, am 25. Dezember unterm Weihnachtsbaum hervorzukrabbeln, sich in Schale zu werfen und die lange Reise nach Stuttgart auf sich zu nehmen. Aber spätestens im Partybus von Lotus Theorie wurde einem richtig eingeheizt. Die Band stand nämlich im Finale des „Youngsterball Bandcontests“ und startete gleich mehrere Busse mit Fans, Freunden und Unterstützern –  denn an diesem Abend zählte jede Stimme.

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Der Contest an sich wurde recht unspektakulär eröffnet. Eine Band fiel krankheitsbedingt aus, eine andere wiederum sagte den Auftritt kurzfristig ab.
Um 18.15 Uhr schließlich, sprang die Vorgruppe „Neano“, eine Screamo-Band aus Winnenden, auf die Bühne. Leider wollte bei den Songs keine wirkliche Stimmung aufkommen und bei den meisten bahnten sich die ersten Kopfschmerzen an.

Dann ging alles ziemlich flott: „Die Away“, die erste Band im Wettbewerb, baute ihr Equipment geübt auf. Der Bassist erweckte de Eindruck, seine Haare nur deswegen lang gelassen zu haben, damit er mit ihnen beim Spielen die abstrusesten Kunststücke vollführen konnte. Die Gruppe aus Reutlingen rockte gewaltig, jedoch ziemlich finster. Man wartete also gespannt auf die zweite Band.

Die „Smiling Kisses“ gibt es eigentlich noch gar nicht so lange, was genau genommen kein Störfaktor sein muss. Doch bemerkte man ab und zu unsynchronen Gesang, zu laut waren die Instrumente, zu unverständlich die (deutschen!) Texte. Aber die bunten, fröhlichen Outfits und die lustigen Interaktivitäten seitens der Musiker verbreiteten gute Laune und der Platz vor der Bühne begann sich langsam, aber sicher zu füllen.

„No Better Question“ brachten eine kleine, aber feine Fangemeinde mit. Die vier Bandmitglieder beeindruckten durch schicke Outfits, Sonnenbrillen und höchste Professionalität. Die Musik – eine wilde Mischung aus Rock, Funk – und Latinelementen – wurde zwar bestens präsentiert, war jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Klasse haben die vier Jungs aus Stuttgart auf jeden Fall.

Schließlich kamen sie, „Lotus Theorie“ –  die Band, bei der die Mädels bereits beim Soundcheck durchdrehten. Der Moderator wurde ebenfalls durch Schreie aus dem Publikum abgewürgt, man wollte LT sehen – und vor allem hören. Der Unterschied im Vergleich zu den anderen Gruppen war verblüffend: Auf einmal standen alle auf, tanzten, pogten und brüllten dermaßen laut alle Lieder mit, dass sich manch einer heimlich Ohropax in die empfindsamen Gehörgänge schieben musste.
So war es keine große Überraschung, dass bei der anschließenden Siegerehrung nur ein einziger Name fiel. „Lotus Theorie“ gewannen alle Preise, die an diesem Abend überhaupt zu gewinnen waren: Den Sonderpreis (eine Reise nach Berlin), den Publikumspreis und den Preis der Jury. Eine recht einseitige Geschichte also, jedoch eine verdiente.

Gefeiert wurde noch bis spät in die Nacht hinein, und zwar mit jedem, der diesen Sieg mit den vier Jungs aus Gmünd teilen wollte.

Somit schließt ein erfolgreiches Jahr für Lotus Theorie gebührend ab, im Februar 2010 wird  das Debütalbum nach langem Warten endlich veröffentlicht.

Man darf gespannt sein.

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