Schelles politische Ecke: Der Preis ist heiß (II)
In der letzten Folge habt ihr erfahren, wie der Preis einer Tüte Chips Zustande kommt. Heute: was es mit Kartellen auf sich hat und warum Monopole nicht gut sind.
In der Theorie klingt das alles super: Ein Hersteller bringt neue, bessere und billigere Kartoffelchips auf den Markt, und schon purzeln die Preise. Wenn wir uns aber mal nicht Kartoffelchips, sondern zum Beispiel die Benzinpreise anschauen, merken wir ganz schnell: so funktioniert es nicht immer.
Das kostbare Öl, aus dem der Sprit gemacht wird, ist knapp und kommt nur in wenigen Ländern vor. Einige dieser Länder haben sich zu der Organisation OPEC zusammengeschlossen: sie sprechen untereinander ab, wieviel Öl wann gefördert werden soll. Damit haben diese Länder direkten Einfluss auf den Ölpreis – senken sie die Förderung, steigt in der Regel der Preis. Fördern sie mehr Öl, wird der Preis wieder fallen. Genannt wird so ein Zusammenschluss übrigens “Kartell”. Dass die OPEC-Länder nicht ganz beliebig an der Preisschraube drehen können, liegt auch daran, dass einige Staaten mit Ölvorkommen eben nicht zu diesem Kartell gehören – so ist die OPEC gezwungen, sich an den Preisen ihrer Konkurrenten zu orientieren.
Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de
Würden irgendwann nur noch die OPEC-Staaten Öl fördern können, dann gäbe es ein Monopol. Von einem Monopol spricht man immer dann, wenn es nur einen Anbieter eines Produkts gibt. Egal ob eben Öl, Computer oder Kartoffelchips, dieser einzige Hersteller könnte die Preise nach Belieben festlegen. Weil er ja möglichst viel verdienen möchte, wird er den Preis wahrscheinlich so hoch setzen, dass potenzielle Käufer nicht ganz auf sein Produkt verzichten.
Nun, auf Kartoffelchips könnten wir relativ leicht verzichten. In Sachen Öl sieht das aber schon ganz anders aus. Deshalb ist der Staat meistens daran interessiert, dass es eben keine Monopole gibt. Er könnte zum Beispiel seine Bürger dazu ermuntern, Solarenergie zu nutzen.
Wie das geht? In der nächsten Folge erfahrt ihr, wie der Staat in die Bildung eines Preises eingreifen kann.

naja, wie der preis für eine tüte chips wirklich zustande kommt habe ich in der letzten folge aber nicht erfahren.
wie ist das denn jetzt mit dem wert, oder preis? wie kommt der genau zustande? haben chips einfach so von natur aus einen preis?
ach ja:
“Ein anderer Hersteller kann seine Chips auch nicht für 60 Cent anbieten, weil die Produktionskosten so hoch sind, dass er nichts mehr übrig hätte. Er beschließt, in Zukunft lieber Schoko-Bonbons herzustellen.”
ich nehme mal an dass der hersteller, in der so-ist-es-welt (realität), einfach pleite gegangen wäre und seine belegschaft scheiße fressen würde.
Liebe nancy wake,
danke für deinen Kommentar. Für den Preis einer Tüte Chips sind viele Faktoren verantwortlich. Nehmen wir mal die Rohstoffkosten, also die Kartoffeln, Salz und Paprikapulver. Dann die Kosten für die Werbung und die Verpackung. Nicht zu vergessen: Die Kosten für die Erforschung der tollen neuen Chips. Und natürlich: Lohnkosten für die Mitarbeiter, die an der Herstellung beteiligt sind. Plus: den Anteil, den der Verkäufer behalten möchte. Und natürlich die lieben Steuern. Daraus setzt sich im Wesentlichen der Preis einer Tüte Chips zusammen. Und jeder dieser Bereich bildet im Prinzip ja wieder einen Markt für sich, der nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip funktioniert.
Verlagert der Hersteller seine Produktion z.B. nach Rumänien, enstehen ihm zwar für neue Gebäude zunächst mal Kosten, weil aber die Menschen in Rumänien viel weniger Lohn erhalten, kann er die Tüte Chips günstiger anbieten. Ähnlich ist es mit den Kartoffeln: Haben sich auf der ganzen Welt viele Bauern dazu entschieden, Kartoffeln anzubauen, wird der Preis für die Kartoffeln fallen. Es gibt ja viele davon, und die Bauern möchten die ja nicht wegwerfen. Sind die Kartoffeln also billig, sollte auch der Preis für die Chips fallen. Gibt es durch Dürre oder Flutkatastrophen weniger Kartoffeln als zuvor, wird der Preis steigen. Eine gewisse Zeit wird sich der Preis für uns Konsumenten vielleicht nicht ändern, aber ewig wird der Hersteller es eben nicht durchhalten, seine Chips noch für 60 Cent zu verkaufen, obwohl die Kartoffeln in der Tüte jetzt 25 statt 20 Cent kosten.
Im Grunde ist es doch so: der Preis eines Produkts wird doch bei jedem Verkauf neu bestimmt, das ist uns manchmal nur nicht klar. Ich könnte mir also heute eine Tüte Chips aus dem Regal nehmen und an der Kasse sagen: “Mir sind die aber nur 50 Cent wert!” Entweder bekomme ich sie dann für 50 Cent oder eben nicht, weil das dem Hersteller oder dem Aldi-Verkäufer zu billig ist.
hmm. und woher hat die kartoffel ihren wert? oder rumänische arbeiterinnen und arbeiter?
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass solche Kartelle verboten sind…! Rein theoretisch zumindest