In der letzten Folge ging es um Monopole und warum wir die eigentlich nicht haben wollen. Heute: Wie der Staat an den Preisen drehen kann.

Würden wir allein darauf vertrauen, dass Angebot und Nachfrage einen Preis bilden, hätten wir eine freie Marktwirtschaft. Der Staat würde überhaupt nicht in die Preise eingreifen. Klingt toll, hat aber auch Nachteile: Einige Dinge könnten sich weniger Wohlhabende kaum leisten: Eine Wohnung zum Beispiel. Oder Schulbücher.

Deshalb wird der Staat dort eingreifen, wo er es für sinnvoll hält, um in einem gewissen Rahmen für Wohlstand für alle zu sorgen. Das nennt man dann soziale Marktwirtschaft. Um die zu verwirklichen, hat der Staat verschiedene Möglichkeiten.

Er könnte zum Beispiel Höchstpreise festlegen. Eine Tüte Chips dürfte dann zum Beispiel nicht mehr als 50 Cent kosten oder ein Liter Benzin maximal einen Euro. Klar, die Verbraucher würden davon profitieren. Allerdings würden die Produzenten zu diesem niedrigen Preis auch weniger oder gar nichts herstellen – die Chips wären also vermutlich schnell ausverkauft.

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Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio.de

Mindestpreise dagegen funktionieren genau umgekehrt. Ist der Preis eines bestimmten Produkts besonders niedrig – weil es entweder viel davon gibt oder die Nachfrage sehr gering ist – dürfen die Produzenten das Produkt nicht billiger als vorgegeben anbieten. Das macht man beispielsweise in der Landwirtschaft, damit die Bauern ihre Milch nicht billiger anbieten müssen, als sie selbst für die Herstellung ausgeben. Auch der Mindestlohn für bestimmte Arbeiten ist gewissermaßen ein Mindestpreis.

Möchte der Staat die Nachfrage nach einem Produkt fördern, kann er einen Zuschuss geben, eine so genannte Subvention. Die “Abwrackprämie” für Autos hat dazu geführt, dass viele Menschen ihre alten Autos verschrotten ließen, um sich ein neues, umweltfreundlicheres Fahrzeug zuzulegen. Und: Wer Strom umweltfreundlich aus Sonnenenergie bezieht, erhält ebenfalls einen Zuschuss.

Auch mit Steuern kann der Staat in die Preisgestaltung eingreifen. So sind für Lebensmittel und Bücher etwa nur 7 Prozent Mehrwertsteuer zu bezahlen, auf Computer oder Autos aber 19 Prozent. “Schädliche” Dinge wie Alkohol oder Tabak erhalten eine Extra-Steuer obendrauf.

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