Unverzichtbar (2): Meine beste Freundin
In der aktuellen Ausgabe von NOISE erzählen unsere Autoren, was für sie unverzichtbar ist. Wir wollen diese Reihe auch auf NOISE Online weiterführen. In dieser Folge beschreibt Franziska Arndt, warum sie niemals auf ihre beste Freundin verzichten möchte. Aber auch NOISE-Leser können mitmachen: Woran hängt ihr? Worauf wollt ihr nicht verzichten? Schreibt uns eine kleine Geschichte und ein Foto – wir veröffentlichen euer “Unverzichtbar” dann hier.
Es gibt Dinge, ohne die könnte ich sehr gut leben: Mathe, Regen, verspätete öffentliche Verkehrsmittel, Zucchini . . . Nichts davon würde ich vermissen. Andere Dinge, wie das Fernsehen oder Schokoreiswaffeln, würden mir zwar fehlen, aber nach einiger Zeit der Abstinenz wäre es okay.
Im Gegenzug weiß ich aber genau, was ich brauche, und unter anderem ist das meine beste Freundin.
Und damit meine ich, dass in nächster Zeit ein Buch den Büchermarkt aufmischen wird, das es so noch nie gab! Es wird ein ansprechendes Design haben, voll von Wortwitzen sein und den Titel tragen: Das Schokofondue. Ein Ratgeber für Laien. Geschrieben von meiner besten Freundin und mir. Wir haben bei unserem Schokofondue alles falsch gemacht, was man wohl falsch machen kann. Wir, als Schokojunkies, wollten die Schokolade so schnell wie möglich essen und hatten deshalb die Idee, anstelle von einer Kerze ZWEI Kerzen unter die Schokolade zu stellen. Das nannten wir dann „Speed Fondue“… Die Schokolade ist natürlich angebrannt.
Doch was meine beste Freundin zu MEINER besten Freundin macht, sind nicht nur diese Kleinigkeiten oder die Tatsache, dass wir schon im Kindi zusammen Sandkuchen gebacken haben, auch nicht die, dass wir den gleichen Geschmack haben und immer eine Menge Spaß zusammen haben. Das kommt nur dazu. Es ist die Tatsache, dass Jenny mich so akzeptiert und mag, wie ich bin und umgekehrt. Und das ist auch der Grund, wieso ich es mir ohne sie nicht mehr vorstellen kann.

Ich stimme voll und ganz zu! Meine Beste Freundin kenne ich zwar nicht seit dem Kindi, aber auch schon ein paar Jährchen! Es ist einfach toll, wenn man sagen kann, dass man komplett auf einer Wellenlänge ist. Das heißt nicht, dass es nie knallt…nein, aber da man sich einfach so gut kennt, weiß man wie man auch solche situationen meistert! Also die beste Freundin gehört definitiv in die Rubrik “Unverzichtbar”… eindeutig!
Unverzichtbar: Das Telefon
Im Zeitalter von Handy und Internet sollte man meinen, ein Telefon sei vollkommen unnötig. Für mich ist es allerdings unverzichtbar.
Klar, verabreden kann man sich auch per SMS oder über Icq, Facebook und co. Aber was wäre ein Abend, ohne zwei Stunden mit der besten Freundin zu telefonieren? Man redet über Klatsch und Tratsch, den süßen Typ aus der neuen Fernsehserie und man diskutiert, ob man wirklich 30€ für ein T-Shirt ausgeben sollte. Kurzum: Lebensnotwendige Dinge im Alltag einer Jugendlichen.
Spätestens nach einer Stunde steht dann die Mutter in der Tür, die auch ganz dringend telefonieren muss. Eine halbe Stunde später droht die genervte Mutter damit, das Telefon auszustecken. Nach weiteren zehn Minuten verabschiedet man sich endlich ung übergibt zähneknirschend das Telefon. Knapp 24 Stunden später hängt man schon wieder an der Strippe.
Wie unverzichtbar das Telefon wirklich ist, erfahre ich jedes Jahr aufs Neue im Urlaub. Gespräche übers Handy sind teuer und im Ausland ist der Empfang meist auch nicht der beste. Dann heißt es abwarten und Cocktails trinken und von einem altmodischen Festnetztelefon träumen.
Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.
Also, aufs Telefon könnte ich privat eigentlich ganz gut verzichten. Besonders seltsam finde ich es, wenn Menschen “einfach nur so” bei mir anrufen. So nach dem Motto: “Los erzähl mal was!”
Worauf ich aber absolut nicht verzichten könnte, sind die Dienstagabende, die ich mit meiner Mutter vor dem Fernseher verbringe. Das hört sich jetzt erstmal seltsam an, aber mittlerweile ist das ein richtig schönes Ritual geworden: Mit jeweils einem Glas Rotwein schauen wir unsere Lieblingsserien und haben dabei genug Zeit, um uns ausgiebig über alle möglichen und unmöglichen Dinge zu unterhalten.
Und die beiden Männer, mein Bruder und mein Vater, werden für diese zwei Stunden einfach aus dem Wohnzimmer ausgesperrt.