Wie ihr in der aktuellen NOISE-Ausgabe lesen könnt, plant die bayrische Landesregierung, eine zentrale Schülerdatenbank aufzubauen. Eine solche  Sammelstelle für Schüler-, Eltern- und Lehrerdaten könnte in Zukunft auch in anderen Bundesländer, wie zum Beispiel Baden-Württemberg, eingeführt werden.

Wir haben für euch Jugendorganisationen der Parteien in Heidenheim und Umgebung nach ihrer Meinung zu diesem Thema gefragt. Hier deren Statements in Auszügen:

Linksjugend [`solid] Ortsgruppe Ostalb

“DIE LINKE will das Recht auf informationelle Selbstbestimmung in allen gesellschaftlichen Bereichen verwirklichen. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darf nicht kommerziellen und wirtschaftlichen oder sicherheitspolitischen Interessen unterworfen werden.”

Heidenheimer Kreisverband der Jungsozialisten

“Wir lehnen die Einführung zentraler SchülerInnendatenbanken aufgrund der hohen Missbrauchsanfälligkeit zentral gespeicherter persönlicher Daten und der Frage nach dem praktischen Nutzen einzelner Datensätze ab. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht wird dabei unverhältnismäßig angetastet, der/die “gläserne BürgerIn” rasch zur Realität.”

Grüne Jugend Heidenheim

“Wir schließen uns dem bayrischen Elternbeirat und den Grünen im bayrischen Landtag an und betrachten die Speicherung der Schülerdaten, gegen die einE bayrischeR SchülerIn nichts tun kann, als massiven Verstoß gegen die informationelle Selbstbestimmung der SchülerInnen. Zudem muss man sich fragen, wozu die CSU-FDP-Regierung die Daten speichern will: Zur Verbesserung des Schulsystems. Doch was hilft da die zentrale Datenspeicherung in einem von Grund auf falschen System? Die Grüne Jugend fordert eine Abschaffung des veralteten drei-gliedrigen Schulsystems. Dieses System aus dem 19. Jahrhundert ist auch nicht durch Bürokratieabbau zu retten.”

“Eine Speicherung von so vielen Daten ist absolut inakzeptabel. Vor allem kann weder ein Schüler noch die Eltern bestimmen, wer alles Zugriff auf die erhobenen Daten hat und welche Daten gespeichert werden, was das genaue Gegenteil der informationellen Selbstbestimmung ist. Daher sprechen sich die JuPis (Junge Piraten) und auch die Piraten Heidenheim ausdrücklich gegen eine solche Speicherung aus.”

“Die Junge Union Heidenheim sieht im Konzept der bayerischen Schülerdatenbank die Chance der besseren Evaluationsmöglichkeit und damit eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Bildungspolitik. Für die JU Heidenheim bleiben jedoch die Fragen offen, wofür Namen und Adressen der Schüler benötigt werden, da diese offensichtlich keine Rückschlüsse auf das Bildungssystem zulassen und inwiefern sich das System sicher gestaltet, so dass empfindliche Daten nicht an dritte weitergegeben werden. Die JU Heidenheim sieht in dem „gläsernen Bürger“ kein Zukunftsmodell, sondern ist der Auffassung, dass jeder Bürger sein Leben verantwortungsvoll in Freiheit gestalten soll.”

Jetzt seid ihr dran! Nachdem ihr lesen konntet, was andere zu diesem Thema zu sagen haben, möchten wir eure Meinung zur Schülerdatenbank hören. Brauchen wir etwas ähnliches auch in Baden-Württemberg oder ist das alles Quatsch?

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