Es ist immer noch das neue Jahr, es gibt immer noch gute Vorsätze und ich passe noch immer nicht in meine Prä-Bachelor-Jeans, die ich ohne jeden Nutzwert schon zwei Mal umgezogen habe. Wie schon letzte Woche angedeutet, soll sich das jetzt ändern – allerdings nicht mit Squash!

Daher habe ich mich neu orientiert und eine Beschäftigung gefunden, die mich zumindest nicht heillos überfordern sollte: Lach-Yoga. Yoga ist cool, macht gelenkig und meiner Yoga-Cousine würde meine Jeans sicher passen. Lachen macht glücklich und sollte mir sicherlich leicht fallen, denn solang niemand auf einer Bühne steht, redet und versucht komisch zu sein, lache ich eigentlich über alles und jeden – beispielsweise über einen meiner Lieblingswitze: Warum gewinnen Hyänen immer beim Kartenspielen?? …Sie haben immer ein Aas im Ärmel. Haha.

Also auf zum Lachyoga. Zunächst ging es um Atemtechnik. Da ich schon mal die Ursula-Karven-Yoga-DVD gemacht habe, fühle ich mich sehr gut gewappnet. Die Atmung ist der eigentlichen Yoga-Atmung auch nicht unähnlich, allerdings wird beim Ausatmen immer ein lautes „haha“ oder alternativ „hoho“ produziert. Da sich das  in der Gruppe ein wenig komisch anhört, fängt man quasi automatisch anzulachen…ist das gemeinsame Alberkeitsgefühl also der Schlüssel zum gelassenen Yogi-Dasein?

Es scheint fast so, dass Lachyoga nichts ist, was man allein im Kämmerlein machen kann, denn nun geht es darum, sich zu begrüßen, dabei die Hände zu schütteln und herzhaft zu lachen. Der Erfolg dieser Übung liegt auch in ihrer Albernheit – denn wenn eine Frau auf einen zukommt, die Hand gibt und dabei vor Ha-lauten nur so glüht, kann man gar nicht anders als mitmachen.

Für den einen eine einfache Übung, ich muss allerdings feststellen, dass ich fürs Lach-Yoga ungeeignet bin. Mein ehrliches Lachen ist eher lautlos, mein Mund steht offen, mein Kopf wird rot und ich habe das Gefühl, dass meine Bauchmuskeln ganz schön trainiert werden. Auf Befehl laut lachen kommt mir da noch etwas befremdlich vor, als sollte jemand nicht merken, dass der gerad von ihm erzählte Witz wirklich überhaupt nicht witzig war. Haha.

Aber es geht noch weiter: beim Lach-Yoga wird auch geklatscht. Ich bin sicher, das stand nicht in der Broschüre, denn ich habe ein Klatschtrauma: Es erinnert mich an Schunkeln und Blasmusik, zwei Dinge, bei denen ich als Kind immer angefangen habe zu weinen. Aber damals wie heute ahnte ich ja noch nicht, dass hinter dem Zusammenschlagen seiner Handflächen mehr als die Begeisterung für „Da wird die Sau geschlacht“ steckt. Im Yoga bringt Klatschen unsere Chakren ins Gleichgewicht, sorgt also für das Auflösen physischer und psychischer Störungen, angestrebtes Ziel ist dann quasi die  innere Reinheit. Hört sich fast noch cooler an, als meine schicke alte Jeans zu tragen, ich muss allerdings gestehen, dass ich mehr auf die Ursula-Karven-Yoga-Art stehe – die, die man allein zu Hause betreibt.

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