Artikel in der Rubrik NOISE Kolumne, Was gibt's Noise?

Noise-Netzfundstück der Woche: Seehofer rechnet ab

Mathias Ostertag am 15.Mai 2012 in NOISE Kolumne, Was gibt's Noise?

Wenn es etwas gibt, das seit Sonntag in überregionalen Tageszeitungen, im TV und v0r allem im Netz für etwas Aufruhr gesorgt hat, dann mit Sicherheit der Auftritt des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

 Das können Sie so senden 

Seehofer im Gespräch mit Claus Kleber: Das können Sie so senden

Man merkt, dass in Bayern im kommenden Jahr neben der Bundestagswahl auch eine Landtagswahl stattfinden wird – und sich in der CSU die Angst breit macht, dass die Felle langsam aber sicher davonschwimmen könnten. Das würde bedeutetn, dass die CSU erstmals seit 56 Jahren nicht den bayerischen Ministerpräsidenten stellen könnte… Oh weh, arme CSU, armer Horst ;)

Jetzt also beginnt langsam in Bayern der Wahlkampf – zur Not auch gegen die Schwesterpartei.

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Eine Insel mit … optischen Reizen!

Karin Fuchs am 10.April 2012 in NOISE Kolumne, Was gibt's Noise?

Über den Dresscode der Briten berichtet Frank Galgenmüller in der siebten Folgen seiner Reihe über Eigenheiten in England. 


Kleider machen Leute – laut Gottfried Keller. Der Titel dieses literarischen Werks wird häufig zitiert und scheint wie ein Leitspruch, dem die Briten gefolgt haben und immer noch folgen. In beinahe allen Lebensbereichen erkennt man die britische Vorliebe für “smarte” Kleidung, besonders im Berufsalltag. Krawatte und Co. finden regelmaeßig Gebrauch.

Wie vielen vielleicht bekannt ist, sind Schuluniformen mitunter ein Aushängeschild der Engländer. Wem das fremd ist, könnte bei einem ersten Besuch eine englische Schule mit einer Erstkommunion verwechseln. Frühe Grundsteinlegung für schickes Auftreten? Ohne dass das Hemd in der Hose ist und die Jacke über der Uniform nicht abgenommen wurde, kommen die Schüler jedenfalls nicht in das Klassenzimmer hinein. Bunte Haare, Piercings, und Tattoos sind sowieso tabu!

Schulen sind jedoch kein Einzelfall. In vielen Berufsbereichen wird sich rausgeputzt und vor allem auch abends erweckt mancher Brite den Eindruck, er stolziere durch den Wiener Opernball anstatt durch das Pub. Gut, England ist nicht das sauberste Land. Und ja, dort tut man sich mit dem zugegeben oft schwierig erscheinendem Erlernen von Fremdsprachen schwer. ABER: In optischer Hinsicht lassen die Briten sich nichts vormachen. Im oftmals aufkommenden Grossstadtchaos wirkt der feine Zwirn ab und an wie ein Hauch Ordnung und Struktur.

Aber nicht nur kleidungstechnisch ragt man auf der Insel heraus. Make-Up ist der staendige Begleiter der Damen. Spieglein, Spieglein an der Wand, nie ohne Schmink-Set in der Hand! Während der Zugfahrt kommt man sich dann doch das ein oder andere Mal vor wie im Backstagebereich von Zirkus Krone.

Auf der Insel haben die Menschen also einen sehr strengen Eigensinn für das eigene Aussehen. Schicke Kleidung sieht eben gut aus und macht Eindruck. Probiert es doch mal selbst aus und werft euch in Schale! In England oft Alltag, in Deutschland ein Blickfang?!

NOISE-Kolumne: Abschiede

Bisous Lisa am 04.April 2012 in NOISE Kolumne

Der erste Abschied meines Lebens war eine sehr prägende Erfahrung. Nun ja, es war der zumindest der erste große Abschied, an den ich Erinnerung besitze. Es war der Tag, an dem meine Eltern unseren weißen Ford in Zahlung gaben. Den alten, mit Window-Colour verzierten und personalisierten Wagen gegen ein neues Auto eintauschten. Mir brach das Herz. Während meine Eltern noch mit dem Autohändler plauderten, genoss ich heulend die letzten Momente zusammen mit unserem alten Auto.

Mein Schmerz dauerte noch mehrere Tage an – als ich zwei Tage später meinen Bauchtanzkurs besuchte und ein langsames, trauriges Lied gespielt wurde, konnte ich nicht mehr an mir halten. Ich brach in Tränen aus, meine Lehrerin unterbrach die Stunde, nahm mich in den Arm und fragte mich, wieso ich so traurig bin. Ich erklärte ihr meinen tragischen Verlust. Und ich würde mich zu gern an ihren Gesichtsausdruck in diesem Moment erinnern können – was für ein freakiges Kind!

Mein Umgang mit Abschieden verbesserte sich nicht über die Jahre. Als ein Pro 7 Nachrichtensprecher „die letzte Folge von Buffy – Im Bann (kurze Pause) der Dämonen“ ankündigte, blieb bei mir genauso wenig ein Auge trocken, wie in dem Moment, als Rory ihr Abschlusszeugnis aus Yale bekam und mit einer Party im  Regen verabschiedet wurde.

Ihr könnt euch also vorstellen, wie es an meinem Abi-Ball zuging, wie ich meine erste große Liebe in eine Fernbeziehung entlassen musste und wie meine Freundinnen und ich der großen weiten Welt „hallo“ und einander „add mich bei Skype“ sagen mussten.

Für mein Bachelor-Studium musste ich mich auch von meinen Eltern und meiner Familie verabschieden – alle halben Jahre wieder gab es ein kleines Bahnhofsdrama und auf dem Weg dahin spielte das Autoradio seltsamerweise wurde überdurchschnittlich häufig das Lied „Stay“ von One Republic (und es hat tatsächlich sehr häufig geregnet).

Doch auch die Chance, während meines Master-Studiums meiner Heimat wieder vier Stunden näher zu kommen, stellte mich nicht unbedingt zufrieden – kurz bevor ich meine Wohnung in Heidenheim meinem Nachmieter übergab, stand ich tränenüberströmt im leeren Raum, schaute aus dem Fenster und schwelgte in vielen schönen Erinnerungen.

Ich hasse Abschiede, aber ein bisschen liebe ich sie auch – denn wenn man etwas verlassen muss, fällt einem doch auf, wie schön eigentlich alles ist. Beim Verabschieden wird mir zwar immer ziemlich rot um die Augen, aber auch ganz schön warm ums Herz.

Wie es die Redensart nun vorgibt verabschiede ich mich an diesem Mittwoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge von NOISE, von Bisous, Lisa! und von zwei Jahren, in denen ich die Gelegenheit hatte, augenzwinkernd Küsschen in allmögliche Richtungen zu verteilen. Ich hoffe, dass der ein oder andere NOISE-Leser daran auch Spaß hatte, vielleicht ein bisschen geschmunzelt und gelacht hat – und nun ein klein wenig traurig ist :)

NOISE Kolumne: Semesterstart

Bisous Lisa am 28.März 2012 in NOISE Kolumne

Am Wochenende war das Wetter echt schön. Ich habe davon in der Zeitung gelesen. Und die Sonne aus meinem geöffneten Fenster gesehen. Aber viel davon gemerkt habe ich nicht.

Pünktlich zum guten Wetter ging auch mein Semester wieder los und niemand hatte Verständnis dafür, dass man sich am besten auf schonende Art und Weise aus dem Freizeitmodus in den Studiermodus bewegt und nicht, nein, nie von der Freizeit sofort in den Hardcore-lesen-5-Essays-und-zwei-Referate-in-einer-Woche-schreib-Modus schalten sollte.

Aber auf diese persönliche Einstellung nehmen leider nur selten Dozenten Rücksicht. Der eine möchte uns das richtige wissenschaftliche Lesen nahebringen und brachte uns dazu passenderweise einen 400-seitigen Reader mit, der nur die schönsten Texte zu sozialwissenschaftlicher Forschung enthielt, die selbstverständlich auch für uns persönlich zusammengefasst werden sollten. Der nächste wollte uns deutlich machen, dass Human Ressource Manager in Unternehmen völlig missverstanden sind. Und benötigte dafür einen ähnlichen Umfang.

Neben zeitaufwändigen Pflichtveranstaltungen, gab es aber auch schöne freiwillige Zusatzvorlesungen. Doch da viele Leute an den freiwilligen Zusatzvorlesungen teilnehmen wollten, pardon – im Raum sitzen und zuhören wollten, wurde eine kleine Einstiegshürde aufgestellt: zwei Essays zu fünf Texten à 50 Seiten plus – yey.

Ich glaube, ich habe (gefühlt) noch nie so viel gelesen – während Harry-Potter-Nächte schnell vergingen, musste ich in diesem Fall doch den Tipp meiner früheren Französisch-Lehrerin beherzigen und einzelnen Abschnitten kleine Überschriften geben um den Überblick behalten. Aber ich geb’s ja zu – ich liebe es zu lesen und zu fühlen, wie die Aura des Wissens mich durchströhmt. Ich freue mich auf der nächsten Party großspurig rumzuzitieren und ich freue mich, dass auch in diesem Semester keine Vorlesung vor 10 Uhr anfängt.

NOISE Kolumne: Spritlos

Bisous Lisa am 21.März 2012 in NOISE Kolumne

Es gibt Momente im Leben, die  kurzfristig beängstigend sind, in der Erinnerung aber zu den Lustigsten gehören. Beispielsweise wenn man im Auto von einem Konzert nach Hause fährt, weder durch ein Navi noch durch zu viel Benzin oder irgendeine Ahnung von der Gegend belastet – nur die nötige Musik ist für solch ein Abenteuer notwendig!

Aber zurück zum Anfang der Geschichte. Als wir uns auf die circa zweistündige Rückfahrt machten, war der Tank voll, das Samrtphone zeigt uns die Route und die Musik dröhnte fröhlich aus den Lautsprechern. Nachdem die kulinarische Versorgung auch durch eine Fahrt durch den McDrive-Schalter, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen und wir würden bald in unseren butterweichen Betten liegen und uns an einen schönen Abend erinnert fühlen.

Das Ganze ließ sich leider nicht ganz so schnell realisieren. Nur 40 Kilometer vor dem warmen zu Hause wurde unser fröhliches Geplapper durch die Schrillen Alarmglocken des Reservetanks gestört. Die 40 Kilometer vor uns und Unbehagen im Bauch motivierten uns dazu, die nächste Autobahnabfahrt zu nehmen und nachts um 2 Uhr nach einer Tankstelle zu suchen. Hmmm…so war zumindest unsere Vorstellung gewesen. Denn in kleineren Örtchen, so mussten wir lernen, sind die Tankstellen des Nachts geschlossen und für diejenigen, die vor Lauter Spaß ihre Tankanzeige nicht beachten keine Erlösung für den Heimweg.

Die Vorstellung nachts in der Pampa liegen zu bleiben, war nicht unbedingt angenehm. Da wir alles, was den wertvollen Sprit zum schnelleren Verbrauch anregt, ausgeschaltet hatten, erschien die Dunkelheit ohne Musik noch ein bisschen dunkler und die Nacht ohne warme Lüftung und die Vorstellung gleich nur noch in dünnen Jäckchen herumzustehen noch ein wenig kälter. Durch das Einschalten des Fernlichts bekamen die Bäume am Wegrand eine leicht gruselige Anmutung und yey, einen Wildunfall konnten wir gerade noch verhindern, als wir ein Reh, das sich demonstrativ vor uns positionierte aus dem Weg hupten.

Weg hier! Wir drehten wieder  Richtung Autobahn um, um eventuell doch noch den Weg nach Hause zu schaffen. Und yey, an der nächsten Abfahrt – eine Tankstelle. Eine Tankstelle ohne Kassierer, der uns vor an Tankstellen rumlaufenden Bösewichten der Nacht mit der Waffe unter seinem Tresen bewahren konnte, sondern nur mit einem Gerät für Kartenzahlung ausgestattet. Aber was soll’s – im Bewusstsein, dass wir zu viele amerikanische Spielfilme mit Tankstellen-Morden gesehen hatten, stiegen wir mit Pfefferspray bewaffnet aus, um das Auto mit dem nötigen Benzin für die Heimfahrt zu versorgen.

Eine halbe Stunde später waren wir zu Hause – übersättigt von On-the-road-Abenteuern, aber selbstverständlich erfüllt von neuer Lebenserfahrung mit der dringlichen Moral der Geschicht: Vergiss den Blick auf die Tankanzeige nicht!

NOISE-Kolumne: Vergegenwärtigt

Bisous Lisa am 14.März 2012 in NOISE Kolumne

Wenn man schon lange Teil einer Beziehung ist, hat man viele schöne Dinge, die man über die lange Zeit manchmal einfach vergisst – oder sagen wir, die einem einfach nicht mehr so allgegenwärtig vorkommen, weil der Partner allgegenwärtiger Teil der eigenen Gegenwart ist.

Ein Rezept, um den Wert des Partners wieder schätzen zu lernen, ist ein Mädelsabend: Freundinnen, Mascara, hohe Schuhe und Haarspray dazu und natürlich die Bereitschaft, heute Abend mal so richtig zu feiern.

Feiern, das schließt Cocktails, Tanzen und auch Flirten nicht aus – trotz Langzeitbeziehung. Wir begaben uns also in einen Club, um es uns dort in einer Sitzecke gemütlich zu machen. Da zwei meiner Freundinnen ganz ohne unmoralische Hintergedanken für Männer verfügbar sind, blieb es nicht aus, dass wir dem einen oder anderen Herren mal einen fachmännischen Blick hinterherwarfen.

Von unserem Platz aus hatten wir fantastische Sicht auf die Herren-Toilette und verpassten so niemanden, der den Club mit seiner Gegenwart beehrte und von uns mit null bis fünf Finger bewertet wurde. Es gab große Männer – auffallend häufig wiesen sie einen übermäßig schlanken bis schlaksigen Körperbau und wenig Haare auf. Es gab kleine Männer – mehr Haare und häufig niedlichste Karo-Hemden. Es gab Männer, die ganz offensichtlich am Samstag nicht auf den Gang ins Fitnessstudio verzichteten und uns ihre  ganze voll aufgepumpte Pracht in T-Shirts mit V-Ausschnitt vor Augen hielten. Es gab Männer, die ihre Füße nicht mehr voreinander setzen konnten und es gab tatsächlich einen, der versuchte, das Rauchverbot auf der Toilette auszutricksen. Ich weiß auch nicht – auch auf der Tanzfläche kamen die die anwesenden Herren nicht über zwei mühsam erhobene Finger unsererseits hinaus.

Nachdem wir (mit Cocktails, ohne Flirts)  so lang tanzten, wie unsere High Heels uns trugen, gab es zwar keine neuen Männerbekanntschaften für meine Single Ladies, dafür aber für mich die Gewissheit, dass mein Mann der Beste ist. Dass die These, dass man aus Angst vor Einsamkeit, dem Wunsch nach einem Partner für Kinogänge und Familienfeste oder gar aus Routine mit dem Nächstbesten eine Beziehung eingeht, einfach falsch ist. Sondern, dass man einen Freund oder eine Freundin hat, weil man jemanden findet, neben dem niemand bestehen kann. Und dass der Partner wieder aus der Allgegenwärtigkeit ins Besondere rutscht.

NOISE-Kolumne: Hochmotiviert

Bisous Lisa am 07.März 2012 in NOISE Kolumne

Der ein oder andere vertritt ja die These, dass seine Motivation nackt über eine Wiese läuft – mit nem Cocktail natürlich. Seit einigen Psychologie-Vorlesungen habe ich meine eigene Theorie zu Motivation entwickelt. Sie lässt sich total gut an meinem Vorhaben erklären, mich nach schokoladenreicher und sportarmer Klausurphase mal wieder gesund zu ernähren.

Während ich lernte, lernte und lernte plante ich dieses Vorhaben in aller Ausführlichkeit. Ich stellte mir vor, wie mein Kühlschrank gefüllt mit Gemüse, Quark und Wasser vor Gesundheit strahlt, ich jeden Tag meine Yoga-Matte ausrolle und komischerweise auch einen gesunden Teint vorweisen kann – obwohl ich niemals auch nur einen Hauch von Bräune annehme.

Erlösend also war es, als die Klausuren vorbei waren und ich endlich wieder regelmäßig zum Sport gehen kann – beziehungsweise nicht mehr den unglaublichen Bedarf verspüre, diese Unmengen von Süßigkeiten in mich reinzustopfen. Endlich war der große Tag da und ich konnte meine geplante gesunde Lebensart in die Tat umsetzen.

Und ich muss sagen…die ersten Tage liegen ganz hervorragend. Meine Motivation war hoch, meine Lust, meine Energie abseits des Schreibtisches zu auszuleben, riesig und merkwürdigerweise kochte ich sogar jeden Tag ohne den Einsatz der Mikrowelle. Es gab selbstgemachte Brötchen, Gemüse, Dips, und eines Abends gab es auch Lachs. Lachs mit Feta-Käse und Paprika…im Backofen zubereitet.

Und dieser Lachs war der Auslöser dafür, dass meine Motivation ganz unten in den Keller meines Motivationshauses rutschte. Denn nach Genuss meiner Lachsmahlzeit ging es meinem Magen nicht mehr ganz so gut. Gar nicht gut. Nach einer leichten Lebensmittelvergiftung und viele Stunden mit Magenfein-Tee und Kirschkernkissen auf der Couch, machte mich mein Bauch darauf aufmerksam, dass er mal wieder was essen wollte.

Ich ging also im Supermarkt zu meinen gesunden Lebensmitteln. Meine Motivation war allerdings nicht dabei. Ich glaube sie stand im Süßigkeitenregal vor den Kinderriegeln und wollte Sammelpunkte abgreifen, um ein Deutschlandtrikot zu bekommen. Die Motivation für gesunde Ernährung…naja, vielleicht nackt auf der Wiese. Meine Motivation für Sammelpunkte durch erhöhten Schokoladenkonsum?? Wieder ganz oben – sie rennt nicht etwa mit einem Cocktail über die Weise, nein – meine Motivation rennt stumpf im Kreis.

NOISE-Kolumne: Durchgemacht

Bisous Lisa am 29.Februar 2012 in NOISE Kolumne

Yey – Prüfungen sind vorbei, Semesterferien sind da und was macht man mit der neu gewonnenen Zeit? Natürlich die Nächte durch. Aber nicht im partymäßigen Sinne, nein – die ersten Semesterferien meines Lebens sollten die Gelegenheit dazu werden, endlich einmal die gesamte Oscar-Verleihung live im TV anzuschauen.  Dieses Jahr würde ich nicht erst morgens im Radio hören, wer skandalöser- oder berechtigterweise eine goldene Statue mitnehmen konnte, wer schicke oder wirklich untragbare Kleider trug und wer seinen Preis weinend seiner Mutter widmete.

Ausgerüstet mit vielen Kerzen (der feierlichen Stimmung wegen), viel Pepsi (zum Wachhalten und für ein wenig amerikanisches Lebensgefühl), Chips, Schokolade und Weingummi (…die Damen sollen vor diesem Event ja tagelang nichts essen – wie schrecklich) und in Jogginghose (und ohne einengende figurformende Unterwäsche) setze ich mich also gegen ein Uhr in der Nacht auf die Couch – und wurde sofort live auf den roten Teppich versetzt, wo die deutschen Reporter sehr mühsam und die US-Reporter recht erfolgreichen Schauspieler vor die Kamera zerrten, die erklärten, wie toll es für sie wäre da zu sein und welcher Designer es geschafft hat, Ihnen ein Kleid auszuleihen.

Und dann ging der große Moment der Verleihung los. Billy Crystal fing schwungvoll an zu moderieren und ich nickte mal glatt für den ersten Teil der Veranstaltung weg. So verpasste ich, dass Wim Wenders den Oscar für Pina nicht bekam und wachte erst wieder auf, als der Zalando-Mann seinen weit bekannten Schrei ausstieß.  Den durfte ich in den kommenden 4 Stunden gefühlte 1000 Male hören, denn ungefähr nach jeder Ehrung wurde eine kurze Werbepause gemacht. Netterweise hat Media-Markt einen Stummfilm-Spot vorbereitet, vielleicht um an den Erfolg von „The Artist“ anzuschließen, vielleicht aber auch um die Ohren der Zuschauer zu schonen.

Richtig spannend wurde es erst zur richtig späten Stunde als die Hauptpreise vergeben wurde. Als der Regisseur von „The Artist“ schließlich seinen Kindern in Paris nahelegte, den Fernseher auszumachen, weil sechs Uhr früh doch spät genug sei, bekam ich einen leichten Schock. Wie die Zeit vergeht. Ich hüpfte ins Bett, um um 9 Uhr wieder geweckt zu werden. Irgendwie wären mir ein wenig mehr Schlaf und ein bisschen weniger Werbung mehr wert gewesen.

NOISE-Kolumne: Flachgelegt

Bisous Lisa am 22.Februar 2012 in NOISE Kolumne

Dass die Dunkelheit im Kino nicht nur durch seine ihre rein technische Funktion für jede Menge Unterhaltung sorgen kann, erlebte ich auf bittere Art und Weise, als ich mit meiner Freundin  Sarah vor einigen Wochen ein Lichtspielhaus beehrte.

Wie es sich für einen richtigen Mädels-Kino-Abend gehört, machten wir uns mal richtig schick, kauften uns nen riesen Eimer Popcorn und versuchten diesen mit unseren ebenso riesigen Cola-Bechern auf unsere Plätze zu balancieren.

Durch unseren erhöhten Cola-Konsum konnte der unweigerliche Toilettengang mitten im Film leider nicht ausbleiben. Beurk – ich hasse es wirklich mitten in einem Film den Raum verlassen zu müssen. Damit wir möglichst wenig verpassten, musste der Toilettengang also gesplittet werden – erst war Sarah an der Reihe, dann durfte ich.

Sarah spurtete los – ich wartete gespannt, bis die Dunkelheit wieder durch den Lichtstrahl einer sich öffnenden Tür gebrochen wurde. Also…das Popcorn in die Hand genommen (nicht dass unsere Sitznachbarn uns auch nur ein wertvolles Stück der Leckerei einverleiben – nein!!), und losgerannt. Als Sarah den Flur hinunter lief war ich schon am Ende der Sitzreihe und wollte ihr den Popcorneimer quasi staffelstabsmäßig überreichen.

Leider war ich so auf Sarah und unser Popcorn fixiert, dass ich die Stufe zwischen Gang und Sitzreihen leider übersah. Und mich zur Erheiterung der Allgemeinheit mal richtig mitten im Gang auf die Nase legte. Da ich ja stets Prioritäten sinnvoll setze und mein Popcorn vor meiner Gesundheit steht, hielt ich den Eimer weiter hoch.

Den Anblick, wie ich da so auf dem Bauch mitten im Kino lag, fand Sarah so lustig, dass sie sich ebenfalls zu mir auf den Boden gesellte und wir die anderen Kinobesucher wohl mächtig störten. Während ich nach kurzer Beruhigungsphase in Richtung Toilette sprintete, machte Sarah es sich schon wieder auf unseren Sesseln gemütlich, damit wir uns kurz darauf wieder gemeinsam über die verpassten Filmszenen austauschen konnten. Mädels im Kino. Nervig.

NOISE-Kolumne: Valentinsgedanken

Bisous Lisa am 15.Februar 2012 in NOISE Kolumne

Am Valentinstag sollte man nicht etwa nur an die Personen denken, die man für romantische Tätigkeiten körperlicher Art heranzieht, sondern auch an die Personen, die einem den Rücken stärken, wenn es mit der Romantik mal nicht mehr so läuft: natürlich die besten Freundinnen.

Ich sehe meine Mädels zwar höchstens fünf Mal im Jahr live und in Farbe, aber immer wenn wir uns sehen, dann ist es so, als wäre seit dem letzten Treffen kein Tag vergangen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die beiden schon seit furchtbar vielen Jahren kenne. Mit vier traf ich Jana bei unserem ersten Tag im Kindergarten. Für meine pinke Kätzchentasche hatte sie dabei nicht so viel übrig, genauso wenig wie ich für ihr Faible fürs Spielen in Kälte, Schlamm und Dreck (oder wie meine Mutti sagt: an der frischen Luft). Sie mochte kein Ballett, ich fand Volleyball blöd, wenn es nicht bei Mila im TV stattfand. Trotzdem mag ich Jana.

Die liebe Sarah lernte ich auch im Alter von vier Jahren auf der Geburtstagsparty des Bruders einer Freundin kennen. Obwohl es nicht so meine Art ist, musste ich sie einfach sofort ansprechen – so fasziniert war ich von ihrem Pullover. Er war nämlich türkis und diese Farbe war mir bis dahin noch nie über den Weg gelaufen. Aus meiner Initiative wurden viele Schlafparties, Shoppingtrips, Tanzstunden und die Geschäftsidee bemalte Muscheln vom Strand zum Preis von einer Mark zu verkaufen.

Sarah, Jana und ich kommen aus einem Dorf, zogen straight Grundschule und Gymnasium durch und waren auf diesem Weg zu völlig unterschiedlichen Personen mit völlig unterschiedlichen Interessen, Vorlieben und Frisuren geworden. Dazu gehört auch, dass wir uns in unterschiedlichste Winkel von Deutschland verteilten und uns mehr in der Webcam als im echten Leben sehen.

Aber allen Unterschieden und aller Distanz zum Trotz – wenn wir uns treffen, wenn wir miteinander reden, dann ist es ganz wie immer. Wir lachen miteinander, wir können uns alles anvertrauen und versuchen einander zu unterstützen. Am Valentinstag denke ich also nicht nur an Schokolade in Herzform für meinen Liebsten, sondern sende ganz besondere Grüße nach Bayern und nach Australien, erinnere mich an Vergangenes und freue mich auf viel, viel Neues.