Artikel in der Rubrik NOISE Kolumne

NOISE-Kolumne: Altersgrenzen

Bisous Lisa am 01.Februar 2012 in NOISE Kolumne

Ich hasse Arztbesuche. Wirklich. Besonders wenn sie beginnen wie dieser hier: Ich trete ins Anmeldezimmer, begrüße die Sprechstundenhilfe einem Lächeln, das Gesundheit und Lebensfreude gemischt mit einem Hauch „Sie werden mich hier nicht allzu oft sehen“ ausstrahlt. Die Sprechstundenhilfe lächelt zurück: „Hallo Lisa, du warst aber noch nie hier, oder?“

Ich schaue verunsichert…ist Deutschland nicht eher noch dem Sie verfallen? Ist das eine Art Alleinstellungsmerkmal unter Ärzten, ein Marketing-Gag oder warum werde ich hier gleich geduzt? Die Auflösung folgt prompt, als die Sprechstundenhilfe meine Krankenversicherungskarte in ihren PC schiebt. „Ach, Sie sind ja schon 23, ich hätte jetzt so auf 16 oder 17 getippt!“, ruft sie höchst erstaunt.

Ich finde wirklich nicht, dass ich aussehe wie ein Teenager. Wie jemand, der gerade seinen eigenen Personalausweis bekommen hat und bald mit dem Führerschein anfängt. Ich meine…halloooo?? Der Zahn der Zeit beginnt quasi schon an mir zu nagen – alle Popstars und Fußballbundesligaspieler sind auf einmal jünger als ich und meine Chancen Deutschlands nächstes Topmodel zu werden, sind wohl nun nicht mehr nur meiner Größe wegen, sondern auch wegen meines Alters gering. Bitte, Leute – seht doch meine Poren an!

Ich bin viel lieber 23 als 16 – dieses Schulding, Gruppengezwänge und das Cool-Uncool-Urteil, die scheinbar von Generation zu Generation ihren Weg in die Köpfe vieler Jugendlicher finden…ne, echt nicht.

Nur einige Zeit nach besagtem Arztbesuch wollte ich mir eine DVD kaufen. Die nette Verkäuferin fragt mich an der Kasse nach meinem Ausweis. Ich bin verwirrt – Ausweis, DVD, wie passt das zusammen? „Haben Sie vielleicht schon den Führerschein, ich muss das kontrollieren, der Film ist erst ab 16 freigegeben.“

Grundsätzlich bin ich es gewohnt, Zutritt zu Diskotheken, die Wert auf ein älteres Publikum legen, nur durch das Vorzeigen meines Ausweises zu erlangen – daran hat beispielsweise auch das Färben meiner Haare von blond zu brünette nichts geändert. Die Bild der Frau rät mir dazu, Mini-Röcke und Shorts aus meinem Kleiderschrank zu verbannen und lieber Erwachsenen-Kleidung zu tragen. Puuuh, ein schweres Opfer – ich telefoniere lieber meine Mutti, die mir sagt: “Die sind doch alle nur neidisch, Lisi – in 10 Jahren freust du dich, wenn man dir das sagt!”

NOISE-Kolumne: Rock on!

Bisous Lisa am 25.Januar 2012 in NOISE Kolumne


Nachdem mir weder Bälle noch Lachen so richtig Freude bereiteten, habe ich mich dazu entschlossen, ein Instrument zu lernen. Nun, entschlossen ist vielleicht das falsche Wort, aber ich konnte doch nicht tatenlos dabei zusehen, wie mein Freund seine alte Gitarre bei E-Bay verkauft. Also nahm ich mir ein Herz und die Gitarre in meine Obhut. Ich sah mich schon mit Schlapphut, rötlich gefärbten Haaren und lässiger Hippie-Revival-Kleidung am Straßenrand sitzen und meine selbstgeschriebenen Songs schmettern – bis mich ein Produzent entdeckt und ich auf großen Bühnen meine Songs schmettere und Teenies Poster von mir an ihre Wand kleben, eine Süßigkeitenlinie nach mir benannt/von mir verkauft wird und so weiter und so fort…

Meine Fantasie wurde unschön vom „Gitarre lernen leicht gemacht“-Buch meines Vaters gestört. Oder eher davon, dass ich merkte, dass es bis zu meinen selbstgeschriebenen Songs noch ein klein wenig dauern würde. Entgegen meiner Annahme waren die einzelnen Akkorde nicht schon als implizites Wissen in meinem Kopf verankert. Als ich fröhlich „How many Roads“ anstimmen wollte (…als mein Vater die gleichen Flausen im Kopf hatte wie ich und Gitarre spielen lernen wollte, war er witzigerweise genauso alt wie ich – das Buch stammt also aus den späten 70er Jahren), merkte ich, dass ich mir vor dem Singen, ja vor dem Spielen an sich doch mal diese Akkorde genauer anschauen sollte.

Ohne die Kenntnis von Noten, Akkorden oder sonst irgendwelchem musikalischen Grundwissen, platzierte ich meine Finger auf der zweite, dritten und vierten Seite von unten (ergibt den Akkord A) und fing locker flockig an, mit meinem rechten Daumen über die Seiten vor dem Schalloch zu fahren – yeah, Rockstar.

Der erste Akkord sitzt, machen wir mal weiter mit dem nächsten – das E. Hier wurde es schon schwieriger. Die Finger wurden hier nicht mehr nur untereinander platziert, sondern an unterschiedlichen Stellen entlang des Griffbretts der Gitarre. Ich stellte fest, dass meine Finger a) zu klein und b) zu ungelenkig für dieses Instrument sind. Nachdem ich den Griff einigermaßen fassen konnte, versuchte ich das E und das A abwechselnd zu spielen. Hört sich leicht an, doch mir verursachte es krampfartige Schmerzen in meiner linken Hand und auch mein Unterarm, der leicht verdreht versuchte die Finger möglichst schnell am richtigen Ort zu platzieren, fing leicht an zu schmerzen – autsch…Amateur.

Ich muss mir eingestehen, dass es wohl noch eine Weile dauern wird, bis ich „How many Roads“ geschweige denn eigene Songs spielen kann. Der Weg zum Star ins steinig und hart – das weiß ich schon aus diversen Casting-Shows. Ich werde mich wohl doch besser auf mein Studium konzentrieren…rock on!

NOISE-Kolumne: Gut gelacht.

Bisous Lisa am 18.Januar 2012 in NOISE Kolumne

Es ist immer noch das neue Jahr, es gibt immer noch gute Vorsätze und ich passe noch immer nicht in meine Prä-Bachelor-Jeans, die ich ohne jeden Nutzwert schon zwei Mal umgezogen habe. Wie schon letzte Woche angedeutet, soll sich das jetzt ändern – allerdings nicht mit Squash!

Daher habe ich mich neu orientiert und eine Beschäftigung gefunden, die mich zumindest nicht heillos überfordern sollte: Lach-Yoga. Yoga ist cool, macht gelenkig und meiner Yoga-Cousine würde meine Jeans sicher passen. Lachen macht glücklich und sollte mir sicherlich leicht fallen, denn solang niemand auf einer Bühne steht, redet und versucht komisch zu sein, lache ich eigentlich über alles und jeden – beispielsweise über einen meiner Lieblingswitze: Warum gewinnen Hyänen immer beim Kartenspielen?? …Sie haben immer ein Aas im Ärmel. Haha.

Also auf zum Lachyoga. Zunächst ging es um Atemtechnik. Da ich schon mal die Ursula-Karven-Yoga-DVD gemacht habe, fühle ich mich sehr gut gewappnet. Die Atmung ist der eigentlichen Yoga-Atmung auch nicht unähnlich, allerdings wird beim Ausatmen immer ein lautes „haha“ oder alternativ „hoho“ produziert. Da sich das  in der Gruppe ein wenig komisch anhört, fängt man quasi automatisch anzulachen…ist das gemeinsame Alberkeitsgefühl also der Schlüssel zum gelassenen Yogi-Dasein?

Es scheint fast so, dass Lachyoga nichts ist, was man allein im Kämmerlein machen kann, denn nun geht es darum, sich zu begrüßen, dabei die Hände zu schütteln und herzhaft zu lachen. Der Erfolg dieser Übung liegt auch in ihrer Albernheit – denn wenn eine Frau auf einen zukommt, die Hand gibt und dabei vor Ha-lauten nur so glüht, kann man gar nicht anders als mitmachen.

Für den einen eine einfache Übung, ich muss allerdings feststellen, dass ich fürs Lach-Yoga ungeeignet bin. Mein ehrliches Lachen ist eher lautlos, mein Mund steht offen, mein Kopf wird rot und ich habe das Gefühl, dass meine Bauchmuskeln ganz schön trainiert werden. Auf Befehl laut lachen kommt mir da noch etwas befremdlich vor, als sollte jemand nicht merken, dass der gerad von ihm erzählte Witz wirklich überhaupt nicht witzig war. Haha.

Aber es geht noch weiter: beim Lach-Yoga wird auch geklatscht. Ich bin sicher, das stand nicht in der Broschüre, denn ich habe ein Klatschtrauma: Es erinnert mich an Schunkeln und Blasmusik, zwei Dinge, bei denen ich als Kind immer angefangen habe zu weinen. Aber damals wie heute ahnte ich ja noch nicht, dass hinter dem Zusammenschlagen seiner Handflächen mehr als die Begeisterung für „Da wird die Sau geschlacht“ steckt. Im Yoga bringt Klatschen unsere Chakren ins Gleichgewicht, sorgt also für das Auflösen physischer und psychischer Störungen, angestrebtes Ziel ist dann quasi die  innere Reinheit. Hört sich fast noch cooler an, als meine schicke alte Jeans zu tragen, ich muss allerdings gestehen, dass ich mehr auf die Ursula-Karven-Yoga-Art stehe – die, die man allein zu Hause betreibt.

NOISE-Kolumne: Squash-Kampf

Bisous Lisa am 11.Januar 2012 in NOISE Kolumne

Mein Fitnessstudio hat mir im Dezember einen netten persönlichen Brief geschrieben. Direkt an mich adressiert, zeigte er einen DIN-A4-formatigen  Hintern, der zugegebenermaßen ziemlich heiß aussah. Auf der Rückseite dieses Bildchens war ein netter Text gedruckt, der mich dazu aufforderte dieses Jahr gute Vorsätze umzusetzen und meinen Hintern dem perfekten Vorbild anzugleichen, das dem Brief entsprechend in meinem Fitnessstudio produziert wurde.

Daher probierte ich mich gleich zu Beginn des neuen Jahres an eine neue Sportart. Ohne das Fitness-Personal darüber zu informieren, dass meine Freundin und ich auf diesem Feld unsere ersten Schritte tun, wagten wir uns in eine Squash-Kabine. Eingekleidet in eine Klamotte, die es passend zum Jahreswechsel und den guten Vorsätzen bei Aldi gab, versuchten wir uns daran, uns und – viel wichtiger – den Ball warm zu machen. Denn nach unserem ersten Ball-Schläger-Kontakt, blubberte der Ball nur schwach über den Boden. Doch da die Trainer uns vom Tresen aus sehr gut beobachten konnten, scheuchte er schnell eine Kindertanzgruppe zur Seite um uns zu Hilfe zu eilen.

Er spielte den Ball ein und so sprang er uns einige Minuten später ein fröhlicher Squash-Ball um die Ohren. Und zwar ganz schön schnell. Und so waren wir recht bemüht, den Ball hinter- und uns nicht umzurennen, naja…und den Ball natürlich auch zu treffen.  Als jahrelange Badminton-Spielerin versuchte ich lässigerweise den Ball mit rechts zu spielen, doch das Tempo ging nicht nur auf die Beine, sondern auch auf die Arme – sodass ich schon bald den linken Arm zu Hilfe nehmen musste.

Nach circa 15 Minuten erschienen auf meinem T-Shirt schon ein paar dunkle Muster. Dieses Squash ist, was soll man machen, verdammt anstrengend. Es ist ein verdammt harter, muskelkateriger Weg zu dem Hintern auf dem Foto. Und vor allem ist es offen für Zuschauer, denn wer immer uns beim Schwitzen, Rennen, Ducken und auf der immerwährenden Suche nach dem Ball und natürlich dem perfekten Hintern beobachten möchte, der setze sich doch bitte gemütlich an die Bar, wahlweise mit Getränk und Knabbereien – Halloooo, habt ihr denn keine guten Vorsätze?

NOISE-Kolumne: Märchenhaft

Bisous Lisa am 04.Januar 2012 in NOISE Kolumne

Weihnachten und Silvester sind die Zeit im Jahr zu der man mal wieder die Gelegenheit hat, nach Hause zurückzukehren und dort eben jene Heimkehrer zu treffen, mit denen man Abitur gefeiert, die Schulbank gedrückt oder im Kindergarten gespielt hat.

Und obwohl man sich zum letzten Mal wahrscheinlich am gleichen Datum und am gleichen Ort gesehen hat, ist das Interesse an dem, was derjenige so treibt, der früher beim Eckenrechnen der schärfste Konkurrent war, ausgesprochen groß. Es ist der Start in eine Art Small Talk Marathon – denn wie lässt sich besser auf ein vergangenes Jahr zurückblicken, als vor gespannten Zuhörern über Erfolge und Misser…nein, eigentlich nur über seine ganz persönlichen Höhepunkte der letzten 12 Monate zu philosophieren.

Sarah, zum Beispiel, hat gerad ihre Ausbildung zur Industriekauffrau beendet. Ich bin erstaunt, dass ihre Träume, Lehrerin zu werden, in einer Chemie-Firma geendet sind. Nein, sie hat auch erkannt, dass dieses Umfeld nicht das Richtige für sie ist. Es war gut mal das Arbeitsleben, die Situation der meisten Menschen gesehen zu haben, aber sie möchte an die Schule. Sie hat gerade ihren Bachelor begonnen, Sport und Bio – auf Lehramt, und ist jetzt endlich glücklich.

Elisa ist in Berlin. Studiert Modedesign an einer privaten Akademie und ist einfach megaglücklich darüber, ihre Studentenzeit in so einer Wahnsinnsstadt verbringen zu können. Nach dem Abi hat sie erstmal einen Jahr Pause gemacht, den Schulabschluss gebührend gefeiert und ihre Bestimmung gesucht – jetzt verwirklicht sie ihre Talente und folgt einfach ihrem Herzen. Sie zieht ihr Iphone aus der Tasche und zeigt mir ihr Portfolio, erklärt was sie wann, wo, wie und vor allem für wen gemacht hat. Wo möchte sie hin? Also, zunächst Mal nach London, Auslandssemester. Nach dem Bachelor dann erstmal Praktika und Reisen,  Master und dann auf in die Modewelt.

Tom möchte zum Film und unterhält sich mit Elisa angeregt darüber, wie die Welt einem offensteht, wenn man nur seinem Herzen, seiner Leidenschaft folgt und dass mit genug Willen alle Träume in Erfüllung gehen.

Nach Silvester geht wieder jeder seinen eigenen Weg, verfolgt seine eigenen Ziele, um nächstes Jahr seine Geschichte weiterzuerzählen. Es sind immer kleine schillernde Märchen. Es gibt keine falschen Entscheidungen. Alles endet gut. Und es bleibt leider einfach nur oberflächlich. In einem Jahr werde ich wieder tolle Geschichten hören. Und bis dahin bin ich froh, meinem eigenen Weg zu erleben.

NOISE-Kolumne: Erwartungsvoll

Bisous Lisa am 28.Dezember 2011 in NOISE Kolumne

Nachdem man unzähligste Familienveranstaltungen, Freunde, Dates, Termine Bescherungen, Kaffeetrinken und Essen während der Weihnachtstage koordinieren und verarbeiten musste, steht die Planung für Silvester ins Haus – also quasi Weihnachten in einer Mikroversion.

Nicht, dass ich zu 250 Partys eingeladen wäre, aber Silvester-Partys bringen einfach immer höchste Erwartungen und wenig Erfüllung mit sich: Menschenmassen drängeln sich in Clubs und Bars, manche verleben die Silvesternacht über der Kloschüssel und wiederum andere ärgern sich darüber, nicht ihre ältesten Jacken angezogen zu haben, da in dem wonnig-warmen Weihnachtsgeschenk nun ein Brandloch prangt.

Irgendwie bin ich von meinen letzten Silvesterabenden immer enttäuscht worden. Somit habe ich mit zwei Freundinnen beschlossen, uns dieses Jahr auf ganz alte Traditionen zu besinnen. Als Kinder wurden wir von unseren befreundeten Müttern nun ja…dazu gedrängt, um die Häuser zu ziehen, Lieder zu singen und dafür die eine oder andere Mark zu bekommen (Bin ja schon älter ;) ). Während wir in der Kälte von Haus zu Haus zogen, saßen unsere Muttis im warmen Auto, tratschten und ich wette, dass sie sich auch schon an den Süßigkeiten vergingen! Netterweise werden dabei die umtriebigen Wintergeister  vertrieben – eine Win-Win-Situation also.  Mangels Gesangstalent arbeiteten wir dabei mit dem Niedlichkeitsbonus und klingelten vorzugsweise an den Türen von Verwandten, sodass wir am Ende dieser Aktion immer Berge von Süßigkeiten und ein Extraweihnachtstaschengeld unser Eigen nennen konnten.

Bei uns im Norden nennt man das dann Rummelpottlaufen und dieses Jahr machen wir es wieder lebendig. Allerdings nicht dick eingepackt und bunt geschminkt versuchend Plattdeutsch zu singen, sondern in einer schicken Variante. Auf High Heels und in Bleistiftröcken, mit Wasserwellen und roten Lippen versuchen wir uns als Andrew Sisters und trällern „Don’t sit under the Apple tree“, passend dazu gibt’s auch ein Tänzchen.

Ich freue mich also auf ein wirklich actionreiches Silvester. Finanziell ertragreich. Und einfach schön. Einen guten Start ins neue Jahr :)

NOISE-Kolumne: Geschenkverkehr

Bisous Lisa am 21.Dezember 2011 in NOISE Kolumne

Weihnachtsfeste, Wichteltreffen und ja…der große Heiligabend werfen ja schon seit Ende August ihre Schatten voraus (An dieser Stelle soll gefragt werden, ob  man Schatten überhaupt voraus werfen kann?). Und je häufiger man versucht einer lieben Person zu diesem Anlass eine Freude zu machen, desto höher ist auch die Chance mit seinen Bemühungen so richtig auf die Schnauze zu fallen.

Es fängt schon an bei der simpelsten aller Weihnachtsgrüße an, der Weihnachtskarte. Ich versuche mich daran, meinen Adventschmuck als Motiv für die Weihnachtskarten in Szene zu setzen. Selfmade. Kommt immer gut. Auch wenn es irgendwie schwierig ist, das Kerzenlicht gekonnt in Szene zu setzen, wenn die Fotos mit einer Kamera gemacht werden, die schon in der dritten  Staffel von Sex & the City eine Rolle gespielt hat. Doch wie gesagt – ich lobe meinen Selfmade-Geist und habe für andere Weihnachtskarten nur ein müdes „Ach, auch bei Nanunana einkaufen gewesen?“ übrig (Anbei sei gesagt, dass Nanunana wahlweise durch Butlers oder den örtlichen Buchhändler ausgetauscht werden kann).

Weit vor den Weihnachtskarten liegen Wichtelgeschenke auf der Risikoskala in Punkto weihnachtlicher Aufmerksamkeiten. Ob man nun etwas Neues kauft oder etwas Gebrauchtes verschenkt – Vorsicht will gewahrt werden. Weder Schrott- noch Neuwichtelgeschenke sollten den zu Beschenkenden beleidigen, seine persönlichen Einstellungen verletzen oder sonst etwas tun, das eine Freundschaft für immer zerstören kann. Mein Trick dabei: Vorbereitung. Zwei Wochen vor dem Wichtelspiel in meinem Kurs drängte ich mich dem zu Beschenkenden geradezu auf. Viel Zeit mit ihm verbringen, viel mit ihm reden, viele Informationen filtern, so mein Auftrag. Ich fand heraus, dass der zu Beschenkende für sein Leben gern Schokolade isst und jeden Tag eine andere Tafel in lila Verpackung dabei hat. Etwas einfallslos, aber durchaus mit Freude begrüßt füllte ich einen doch recht großen Karton mit 10 Tafeln Schokolade. Und ganz viel Zeitungspapier. Und siehe da – mein Wichtelgeschenk wurde viel freudiger angenommen als der Meditationskalender, der einer latent gestressten Kommilitonin anonym überreicht wurde. Ich Fuchs.

Naja, die Weihnachtsgrüße sind verschickt. Die Wichtelpartys sind vorbei. Jetzt geht’s an die Königsklasse des Geschenkverkehrs. Das Weihnachtsfest. Mein erstes Geschenk habe ich im August gekauft. Für meine beste Freundin – wirklich, die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Vor zwei Wochen habe ich sie besucht…und musste feststellen, dass eben jenes Buch, das ich im August erstand, schon in ihrem Bücherregal steht. Panik.

Während ich für sie mittlerweile etwas anderes gefunden habe, reicht es bei meinem Bruder wohl nur für den BVB-Schokoladenweihnachtsmann. Oder ich muss wirklich in Megan Fox’sche-Abgründe abtauchen.

NOISE-Kolumne: Wunschzettel

Bisous Lisa am 14.Dezember 2011 in NOISE Kolumne

Das ein oder andere Mal habe ich es an dieser Stelle schon erwähnt und dabei Geschlechterklischees missbraucht. Ich war im Unrecht. Es gilt nicht nur für Jungs, es gilt auch für Mädels: Leute, lernt tanzen! Wieso es notwendig ist, diesen wirklich wahnwitzig relevanten Sachverhalt erneut hier zu platzieren, habe ich vor einigen Wochen auf dem Bachelor-Ball der DHBW Heidenheim erlebt.

Okay, vielleicht bin ich auch mit falschen Erwartungen zum Ball gefahren, aber meine Kausalkette lautet: Ball führt zu Kleid, Kleid führt zu hohen Schuhen, hohe Schuhe führen zu Fortbewegung auf den Fußballen, Bewegungen auf dem Fußballen sind tänzelnd, also – dancing all night long! Zur Begleitung der tänzelnden Bewegungen wurde auf der Einladung zum Ball eine Band angekündigt – ich hoffte also auf eine rauschende Ballnacht, nach der ich am nächsten Tag nur noch schwermütig auf meinen Füßen auftreten kann.

Ich merkte, wie sich die Theorie meiner Marketing-Vorlesungen in Praxis verwandelte: je höher die Erwartungen sind, desto stärker ist die Unzufriedenheit beim Kunden ausgeprägt, wenn die Erwartungen enttäuscht werden. Die Band spielte weder „The first, the last, my everything“, “Your Song” oder„Moonriver“ und so wurde aus dancing all night long ein Mitternachtstanz.

Egal ob ich meine „Ooooh, das ist mein Lieblingssong – komm wir tanzen“-Taktik fuhr, oder mit „Ach, ich habe leider keine Begleitung“ Mitleid erzeugen wollte …kein junger Mann an meinem Tisch konnte einen Cha Cha Cha tanzen, einen Jive-Schritt. Sie behaupteten zwar, mal einen Tanzkurs gemacht zu haben, ließen sich aber nicht mal zu einem Disco-Fox hinreißen.

Während ich also mit meinen Bachelor-Mädels auf der Tanzfläche meine Fußballen in Bewegung brachte, fiel mir auf, dass dieser Sachverhalt nicht nur an meinem Tisch gegenwärtig war, sondern ein Generationsproblem sein musste. Das Alter der (Paar)-Tänzer…naja, es war nicht gerade das durchschnittliche DHBW-Alter. Meine Kommilitonen waren zwar zahlreich vertreten, verbrachten den Abend aber eher gemütlich am Tisch oder stehend an der Bar.

Also schreibe ich dieses Jahr einen Wunschzettel jenseits jeder Materialität. Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass vielleicht ein paar mehr Leute in eine Tanzschule gehen – auch jenseits der Pubertät. Ich wünsche mir zu Weihnachten einen Jungen, der mit mir tanzt…am liebsten zu Frank Sinatra ;)

NOISE-Kolumne: Brüderchen

Bisous Lisa am 07.Dezember 2011 in NOISE Kolumne

Die Adventszeit zieht mich wie so viele Mitglieder der berühmt-berüchtigten Konsumgesellschaft in die Geschäfte, um besonders schöne Geschenke für die liebsten Menschen auf der Welt zu finden – den allgemeinen Tenor findet man momentan an jeder Plakatwand: Weihnachten wird unterm Baum entschieden.

Ich persönlich verschenke am liebsten Zeit, Fotos und selbstgemachte Süßigkeiten. Meine Oma bekommt einen Kalender mit Familienfotos, die ich über das Jahr geschossen habe; meine Freundinnen und ich treffen uns am 27. nach dreimonatiger Abstinenz zum Plaudern (…mit selbstgemachten Keksen) und meine Tanten und Onkels dürfen meine selbstgemachten Pralinen testen (und sie gegebenenfalls dem Mülleimer übergeben). Nur für eine Person suche ich Jahr für Jahr ein Geschenk, das ich nicht nur des Schenkens wegen übergebe (Socken, Tee oder ähnliches), sondern das der Person eine wirkliche Freude macht: Mein Bruder.

Meinen Höhepunkt in Sachen Geschwister-Geschenke habe ich bereits im letzten Jahr erreicht. Ein Bierglas mit der Gravur: „Fynn’s beer“. Mein Bruder war schier begeistert und postete ein Foto des Glases auf facebook. Insgesamt 31 „I like“ bestätigten meinen Bruder in seiner Bildbeschreibung: „Bestes Geschenk ever von meinem Schwesterherz“.

Die Messlatte ist also hoch. Ich muss mich mit dem Fakt abfinden, dass ich dieses Geschenk einfach nicht übertreffen kann. Auch nicht mit dem BVB-Schokoladenweihnachtsmann, den ich bereits im Oktober erstanden habe. Also, was kommt dazu?

Mein Bruder ist leidenschaftlicher Fußballspieler. Da ich ihn schon mehrfach vom Fußballtraining nach Hause transportiert habe, weiß ich, dass in diesen Mannschaftssportarten ausschweifend und laut geduscht wird. Damit mein Bruder in der Kabine cool rüberkommt, habe ich ihm schon mehrfach ein besonders sportliches Duschgel unter den Weihnachtsbaum gepackt (Beispielsweise von Adidas oder sonst einer Marke, die seine Sportlichkeit unterstreicht).

Mein Bruder ist leidenschaftlicher Nichttänzer (…was daraus resultiert, dass er sich von seiner leidenschaftlich tanzenden Schwester abgrenzen möchte). Da ein Walzer doch wirklich ein Stück Allgemeinbildung ist, habe ich ihm schon eine DVD geschenkt, die seine Defizite in Sachen Gesellschaftsfähigkeit beheben soll. Ich glaube angesichts der Plastikverpackung, die die DVD noch immer umhüllt, war dieses Geschenk ein Flop.

Nun der Rat einer Kommilitonin: Ein Frauenkalender
Meine Reaktion:  Einer mit nackten Frauen?
Traf nur auf ein müdes Lächeln:  Ja, ganz genau so einer.
Ich habe Zweifel:  Aber ich kenne den Frauengeschmack meines Bruders doch gar nicht!
Geheimtipp: Megan Fox geht immer.

Ich bin noch nicht überzeugt. Doch ich hoffe spätestens am 23. noch irgendwo ein Bild von Megan Fox finden zu können.

NOISE Kolumne: Weihnachtswunder

Bisous Lisa am 30.November 2011 in NOISE Kolumne

Dass man erwachsen ist, merkt man spätestens dann, wenn es das eigene Verschulden ist, dass es an Toilettenpapier mangelt, dass der Wasserhahn als letzter Getränkespender herhalten muss oder dass man kein Frühstück im Haus hat. Wer erwachsen sein möchte, muss also die Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen wohl oder übel selbst übernehmen.

Wenn man sich einen Vorrat an Toilettenpapier oder an Getränken (oder einen in Heidenheim absolut notwendigen Leitungswasserfilter) zugelegt hat und auch am Sonntag ein Frühstück findet, kann viele erwachsene Freiheiten verantworten, die weit darüber hinausgehen, dass man solang auf und weg bleiben kann wie man will!

So habe ich mich letzte Woche auf den Weg gemacht, meine Weihnachtsdekoration in diesem Jahr um einen Tannenbaum zu bereichern (So eine kleine Tanne im Topf). Ich spazierte also in eine Gärtnerei und stand auf einmal vor einem Problem. Die Auswahl an Tannenbäumen war groß – und über Gütekriterien hatte ich mir vor meinem Gang Richtung Problem keine Gedanken gemacht.

In meiner Familie übernimmt klassischerweise mein Vater den Kauf des Weihnachtsbaums. Da er sich weniger aus Weihnachten macht, denkt er erst am 22. Dezember nach mehrfacher Aufforderung daran, in Richtung Baumverkauf zu tingeln. Knapp vor dem Fest sind dort natürlich nicht mehr die schönsten Exemplare vorhanden, sodass er nach zwei Stunden und einiger Überlegungen mit einem Baum nach Hause kommt, der sich dann der Kritik meiner Mutter und mir aussetzen lassen muss. Hier fehlen Äste, der Baum wirkt echt total kahl, die Spitze ist total schief etc., die üblichen Kritikpunkte halt.

Nun stand ich selbst vor einer Auswahl von Weihnachtsbäumen und sah, welch erwachsene Aufgabe, welch große Verantwortung mein Vater Jahr für Jahr ohne Murren übernahm. Was für schwere Bürden das erwachsene Leben mit sich bringt – schier unglaublich. So war ich auch ganz schön stolz, als mein Bäumchen samt Schmuck meine Wohnung um ein Stück Verantwortung und Freiheit erhellte – ein erstes Weihnachtswunder. Ich wünsche euch eine wundervolle Weihnachtszeit :)