NOISE ist nominiert

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Diese Woche gab es ein außergewöhnliches Treffen der NOISE-Redaktion. Wir hatten dafür einen guten Grund: NOISE ist für den bayerischen Printmedienpreis 2010 nominiert. Und darauf sind wir sowas von stolz, dass wir es gar nicht beschreiben können. Für uns ist das so toll wir für Filmleute eine Oskarnominierung.

Wir haben diese Woche bei der Konferenz weniger über anstehende Themen geredet, sondern ein paar kleine Filmchen von uns gedreht, die die Jury haben wollte: Unter anderem durfte jeder einmal nett in die Kamera winken.

Zwei lange Monate werden wir nun auf die Folter gespannt, bis wir erfahren, wer der Preisträger ist. Dieser wir am 14. Oktober in München bekannt gegeben. Können sich die Juroren denn nicht vorstellen, wie nervenaufreibend das lange Warten ist? Müssen die uns so lange auf die Folter spannen?
Liebe Noise-Leser: drückt uns die Daumen!

Die ersten Fahrstunden

Irgendwie ist es doch so, dass in der Jugendzeit ein Highlight dem anderen folgt, oder?! Zumindest kommt es mir selbst in den letzten Wochen so vor – und dann hatte ich meine ersten beiden Fahrstunden.

Nachdem mein Fahrlehrer und ich diesen ersten Termin vor ein paar Tagen festgelegt hatten, stellte sich bei mir augenblicklich eine gewisse Vorfreude ein – die genau bis zum besagten Tag anhielt. Die Nervosität und die Angst vor einer üblen Blamage oder Unfähigkeit schafften es dann doch, sich bei mir bemerkbar zu machen. Noch dazu kam, dass genau eine Stunde vor diesem abgemachten Termin das Wasser nur so vom Himmel zu fallen begann. Mir graute es ja sowieso schon  vor den ganzen Pedalen, Hebeln, Knöpfen und Spiegeln… und den Anforderungen meines Fahrlehrers an mich. Da mussten doch nicht auch noch die hin und her rasenden Scheibenwischer hinzu kommen?! Während ich mir schon die schlimmsten Szenarien ausmalte und immer mehr Angst bekam, überlegten es sich die Wolkenmassen doch noch einmal anders und stellten netterweise das Wasser ab.

Nachdem ich mir ein wenig Mittagessen aufgezwungen hatte, fuhr mich meine Mom kurzerhand zur Fahrschule – ansonsten wäre ich nämlich zu spät gekommen. Dort angekommen wurden mir sogleich auch schon die drei Pedale erklärt, die Einstellung des Sitzes und der Spiegel sowie die Kupplung. Nachdem ich das Auto ein paar Mal “kommen lassen” hatte, sollte ich auf die Straße fahren. Ich war ziemlich schockiert, wie man mich nach einer Viertelstunde schon in einem Auto auf die Straße loslassen konnte. Bis zur nächsten Abzweigung in ein kleineres, ziemlich unbefahrenes Sträßchen schaffte ich es dann doch mit Hilfe meines Fahrlehrers und sollte dort dann mehrmals anhalten und wieder losfahren. Das klappte aber auch nur so hervorragend, weil ich mich in diesen paar Metern lediglich auf die Pedale konzentrieren musste. Um den Rest kümmerte sich zu diesem Zeitpunkt noch mein Fahrlehrer. Als ich ein paar Seitensträßchen weiter allerdings auch noch in den Rück- und Seitenspiegel sowie über meine Schulter schauen, nebenher noch Blinken, das Lenkrad im Griff haben und die richtigen Pedale zur richtigen Zeit mit der richtigen Stärke drücken sollte, war ich eindeutig überfordert. Außerorts gestaltete sich das Fahren jedoch verhältnismäßig einfach, denn man muss eigentlich nicht abbiegen oder anhalten.

Dabei ist es schon ein komisches Gefühl, selbst zu fahren. Bis jetzt erschien es mir als etwas Unerreichbares der Erwachsenenwelt – und man lernt die Straßen aus einer ganz anderen Perspektive kennen, nämlich aus der des Fahrers.

Da ich jetzt hier nicht aufzählen möchte, welche Sträßchen ich in welcher Reihenfolge abgefahren habe, beschränke ich mich auf meine persönlichen Highlights. Dass ich hierbei nicht davon erzähle, wie ich es problemlos geschafft habe, an einem Berg anzufahren, ist wohl klar – das würde nämlich keinen interessieren. Aber ich habe auch noch etwas anderes auf Lager. Ich sollte beispielsweise rückwärts in eine Straße fahren, was sich als die schwierigste Aufgabe überhaupt herausstellte. Rückwärts… und dann ging es auch noch leicht bergab… in der ersten Fahrstunde. Dabei kann ich die Länge und Breite des Autos nicht einmal beim Vorwärtsfahren einschätzen! Nichts desto trotz stellte ich mich der Aufgabe. Irgendwann musste ich mich blamieren – dann besser gleich zu Beginn, wo ich sowieso nichts kann. Anfangs eierte ich ein wenig umher, doch dann kam ich so durcheinander, dass ich im Endeffekt fast quer in der Straße stand. Glücklicherweise war kein anderes Auto unterwegs, das sich behindert hätte fühlen können und mir war es mit viel Anstrengung möglich, wieder nach oben zu fahren. Natürlich nicht, ohne durch meine super Einschätzung, was die Länge des Autos anbelangt, beinahe auf den Gehweg zu rauschen.

Ein andermal fuhr ich in Steinheim die Hauptstraße entlang in Richtung Kreisel. Ich versuchte vorbildlich der nächsten Anweisung meines Fahrlehrers zu folgen und auf den Lidl-Parkplatz einzubiegen. Die Betonung liegt allerdings auf “versuchte”, denn so sehr ich mich bemüht hatte, den Autos hinter mir keine Umstände zu bereiten, würgte ich selbstverständlich den Wagen ab. Natürlich waren gerade einige Leute mit dem Auto unterwegs und standen in einer Schlange hinter mir. Das weiß ich so genau, weil ich, anstatt das Auto schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen und aus dem Weg zu bewegen, zuerst einmal interessiert in den Rückspiegel schaute. Im Wagen direkt hinter mir schien sich eine Frau prächtig über mich zu amüsieren – und ihre Beifahrerin auch. Nachdem ich den Vorteil in dieser Situation gesehen hatte, nämlich dass die beiden Frauen etwas zu lachen hatten und sich nun bestimmt von ihren ersten Fahrstunden erzählten, kam mir langsam auch der Nachteil in den Sinn – ich stand mitten auf der Fahrbahn und hinderte die anderen an der Weiterfahrt. Also noch einmal ganz langsam und konzentriert das Auto aus dem Weg in die Einfahrt fahren: Kupplung treten und den Motor neu starten, dann den ersten Gang einlegen. Nun Blinker betätigen, erst in den Rück- dann in den Außenspiegel sehen, Schulterblick, die Kupplung langsam loslassen, etwas Gas geben, nach rechts lenken – und die Gefahr war gebannt.

Die letzte große Prüfung für meine Nerven war gekommen, als die Stunden schon beinahe um waren. Ich war zu mir nach Hause gefahren und sollte dort nun seitwärts an die Straße parken. Allerdings durfte ich nicht einfach vorwärts reinfahren, sondern sollte neben das Auto meines  Nachbarn fahren und dann rückwärts einparken – so richtig mit Lenkrad einschlagen und so. So ein Auto rangieren ist gar nicht so einfach, immerhin ist es immer noch schwer gewesen, einzuschätzen, wie lang und wie breit es ist. Als der Wagen dann endlich akzeptabel hinter dem unbeschadeten Wagen meines Nachbarn stand, waren meine ersten Fahrstunden beendet und ich froh, es überstanden zu haben.

Merke: Wer meint Frauen wären unberechenbar, wenn sie einem wutentbrannt gegenüberstehen, der ist noch keiner Fahranfängerin in einem Auto begegnet.

Heißhunger

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Kaum habe ich meine Finger an die Tastatur gelegt, geistert mir wieder nur  ein Thema im Kopf herum: Essen.

In letzter Zeit bin ich für meine kulinarischen Gelüste bekannt, denen ich gut und gern nachgebe.  Als ich letzte Woche spät am Abend noch am Ulmer Bahnhof weilte, sah ich bei einem Blick über die Buchkante eine Nordsee-Filiale. An sich nichts Besonderes. Im Gegensatz zur Filiale in Heidenheim hatte diese Nordsee-Filiale allerdings ein Sushi-Regal.

Sushi. Zu lang her war meine letzte Begegnung mit dem japanischen Reis-Fisch-Gemisch. Meine Geschmacksnerven mussten sich wahrlich anstrengen, um den Geschmack wieder in meinen Mund zu holen. Aber dann war er da. Der einzigartige Sushi-Geschmack.

Als ich eine Seite in meinem doch sehr spannenden Schmöcker zum wiederholten Male beginnen musste, um überhaupt zu verstehen worum es ging, war mir klar, dass ich in diesem Moment nicht das Buch, sondern etwas gänzlich anderes wollte. Sushi…Reis, Fisch und Algen, die das Wasser flutenartig in meinem Mund zusammen laufen ließ.

Also nahm ich meine Beine in die Hand und stürzte mich vor den Nordsee-Tresen, bevor dieser seine gläsernen Pforten schließen würde. Ich kaufte mir eine dieser netten kleinen Sushiboxen und machte mich auf den Weg zum Zug. Als ich mich schließlich gemütlich auf der Couch meiner Heidenheimer Wohnung niedergelassen hatte und die Sushi-Box endlich öffnen konnte, läuteten die gesammelten Heidenheimer Kirchenglocken die Uhrzeit: 23.45 Uhr. Die richtige Uhrzeit für Sushi??? Für mich ja. Für meine Freundin, mit der ich zu diesem Zeitpunkt telefonierte, ein eindeutiges Schwangerschaftsindiz.

Jagd nach Schokolade

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In der letzten Woche war es mal wieder so weit: Durch die unvermittelte Anwesenheit einer Süßware namens Schokolade nahm meine Sucht nach eben jener unübersehbare Ausmaße an – und das öffentlich! Schokolade als Droge – mit einer solch starken Wirkung, dass ich selbst nicht mehr Herrin meiner Sinne war. Gerad noch wandelte ich ganz unschuldig auf dem Weg zum Bahnhof Heidenheim, als mir auf Höhe der Post beim Anblick eines jungen Mannes, der ein Paket von gar zauberhaftem Inhalt packte, ganz schwummrig wurde.

Ein ganzer Schuhkarton voll „Ritter Sport“-Schokolade. Voller bunter, quadratischer Täfelchen – jede mit einer anderen zauberhaften Geschmacksrichtung. Ich kam näher an den Karton und konnte seinen Inhalt in voller Pracht bestaunen. Da war Marzipan, da war Nougat, da war Milchcrememandel und Olympia, da war raffiniertes Kokos und schlichte Alpenmilch. Unwillkürlich klappte meine Kinnlade runter, mein Mund weit offen, gierte nach diesem Hochgenuss der Sinnesfreuden.

Warum ich den Weg in Richtung Bahnhof ging? Vergessen. Was ich eigentlich wollte? Na, jetzt nur noch Schokolade. Der holde Jüngling, der dieses Paket voll Gaumenfreuden packte, schien das auch zu merken und brach in Lachen aus, als ich mich zu ihm drehte und die Sucht aus mir sprach: „Werden die alle weggeschickt?“

„Ja, ein Geschenk für meine Schwester“, entgegnete er. Gute Nachricht: Super Geschenkidee – Kartons mit „Rittersport“-Schokolade, unbedingt für den nächsten Geburtstag einer entfernt wohnenden Freundin merken! Schlechte Nachricht: Wenn er seine Schwester mit der Schokolade beglücken wollte, blieb sicher nichts mehr für mich über! Oh, Schreck!

Wahnsinn – auch diesen Gedankengang schien man an meiner von der Sucht getriebenen Mimik erkennen zu können. Der junge Mann bat mir doch tatsächlich eine Tafel an. Er habe sowieso zu viele gekauft, sie passen nicht alle in den Karton. Glück auf, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor! Ich durfte mir zwischen ein paar Übrigbleibseln eine Tafel auswählen. Mein Tag war gerettet!

Radio-7-Party in Schnaitheim

Party-Time war Freitagnacht im Festzelt in Schnaitheim angesagt. Dort gab es Dance und Dicso satt anlässlich des Dreifachjubiläums im Ort. Hans Peter Theilacker hat fotografiert.

Marterpfahl am MPG

Marterpfahl

“Abihachi – 13 Jahre Marthapfahl!” – so lautete dieses Jahr das Motto der Abiturienten am Heidenheimer Max-Planck-Gymnasiums. Und jetzt ist nicht nur das Abi geschafft, sondern auch das Monument errichtet, wie die Ex-Schüler mitteilten:  Rechtzeitig zum Schuljahresende konnte die Erinnerung an die gemeinsame Schulzeit ihren Platz vor dem MPG-Schulgebäude finden. “Symbolisch wie optisch ein voll gelungenes Kunstwerk!”, so das Fazit der Abiturienten. Und weiter: “Herzlichen Dank an Martha Freybote sowie an die Stadt Heidenheim, die in letzter Minute die Genehmigung zum Aufstellen erteilte. War es der Stress zum Schuljahresende oder hatten sie so wenig Vertrauen in ihre Abiturienten? Egal – es ist vollbracht! Lobende Worte an den Künstler Thomas und die kleine Crew, die dadurch an den Abi-Jahrgang 2010 erinnern!”

Unblutig: Glücksfee hat gezogen

Beim NOISE-Kinokarten-Gewinnspiel zum Film “Eclipse – Bis(s) zum Abendrot” hat unsere Glücksfee heute im Morgengrauen die Gewinner gebissen gezogen. Über je zwei Kinokarten können sich freuen:

Michi Hölzel, Martina Mayer, Rebekka Büchele, Ulrike Weller, Julia Strauß, Kim Eberhardt, Samuel Völklein, Julia Boucky, Karin Grootoonk-Neumann und Corinna Schach.

Herzlichen Glückwunsch von der NOISE-Redaktion!

Die nächste Runde startet am 20. August.

Gallusnacht in Brenz

Auch in Brenz wurden die Ferien erfolgreich eingeläutet. Bilder des Gallusnacht Open-Airs gibt’s hier.

Von der manipulierten Art des Glücks

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Von Zeit zu Zeit bin ich ganz schön peinlich berührt, wenn ich merke, wie Werbung doch nicht ganz ohne Einfluss an mir vorbei geht. Damit meine ich nicht meine durchaus sinnvolle Besessenheit von Discounter-Prospekten, um bloß kein Geld für Lebensmittel zu verschwenden, sondern es als monetären Wert auf meinem Konto zu bestaunen. Nein, ich meine die schleichende Art und Weise, wie sich Markennamen und Werbeslogans in unseren Hirnen einrichten. Ganz unschuldig, ganz selbstverständlich.  Daher wunderte ich mich zunächst, als eine Freundin in lautes Lachen ausbrach, als ich ihr einen „Werther’s Original“ und nicht etwa ein Bonbon anbot.

Zu meinem Glück konnte ich feststellen, dass die Gedanken von (fast) jedem mal von dem ein oder anderen  Werbethema beherrscht werden. Meine Freundin beispielsweise revanchierte sich kurze Zeit später als wir über Radio-Sender sprachen. Ihr musikalischer Frühstücksbegleiter spielt entgegen meiner Annahme nicht etwa nur Oldies, sondern „das Beste der 80’er, 90’er und die Hits von heute“  – ist doch klar! Bei meinem Bruder begegnete mir gar ein eindeutiger Fall von Manipulation: Während er sonst eher ein Typ der cooleren Sorte ist, sprang er vor ein paar Tagen die Treppe hinunter und sang dabei fröhlich:  „Yummie, yummie,yummie – I got love in my tummy“, wie sonst nur die Schokolade aus der Kinderriegel-Werbung. Fast schon gruselig dieser Werbeeffekt…

Und wenn wir gerade von Singen sprechen, erklärt die Dauermusik-beschallung in der Werbung auch, warum überraschend viele Leute vor der WM von Shakiras „WakaWaka“-Titel noch nie etwas gehört hatten – und eher dachten das Lied „Wavin’ Flag“ aus der CocaCola-Werbung wäre der offizielle WM-Song. Diese Verwechslung führte unter meinen Kommilitonen zu wilden Diskussionen – genauso wie die Frage mit was zwei Jungs am schönen Comer See um das Herz der schönen Desirée kämpften (mit Schweiß und Schmerz…und natürlich mit Duplo!).

Werbung ist also nicht nur ein Instrument, um den armen Konsumenten zu beeinflussen, sondern liefert darüber hinaus jede Menge anregenden Gesprächsstoff und den größten Spaß. Wie beispielsweise, wenn man sich an den Straßenrand stellt und sich ganz kräftig schüttelt, wie die Damen und Herren in der Ariel-Werbung. Natürlich fällt so nicht wie im Spot jeglicher Dreck von einem ab, aber es macht auf jeden Fall glücklich ;)

No fat chicks…?

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Heidenheim, die Sonne scheint, alles singt und tanzt, ich spaziere entspannt durch die Straßen, als mir plötzlich die Absolutheit von politischer Inkorrektheit in Form eines Autoaufkleber ins Auge springt: „No fat chicks“ Dicken Lettern über dem Icon einer Frau, deren weibliche Formen besonders ausgeprägt erscheinen. Jedem, der sich schon mal gefragt hat, warum die schönsten Hosen immer zu lang für seinen Hintern sind, bleibt der Mund offen stehen: Was soll frau davon halten?

Werfen wir die Aussage doch einfach metaphorischerweise mit einem abschätzigen „phhhh“ über die Schulter. Hier kann es sich doch nur um die klassische Ausgeburt eines Posers halten. Die NOISE-Redakteurinnen Julia Schollbach und Anna-Lena Buchmaier haben diese Spezies Mann anhand von Profilfotos in den gängigen Communitys identifiziert (nachzulesen in der aktuellen NOISE – absolut empfehlenswert und überall erhältlich, wo es HZ und HNP gibt!). Da er sich selbst der Nächste ist, betrachtet er eine Frau eher als besonders individuelles Schmuckstück, das seinem Selbstbewusstsein den allerletzten Schub ins Unermessliche gibt.

Frauen als „Gefährtin“, „Partnerin“ oder ähnlichen romantischen Anwandlungen sind ihm fremd – das wird doch gnadenlos überschätzt. Um seine Ansprüche befriedigen zu können, braucht es mehr, er benötigt ein besonders schmuckes Stück, dass doch bitte den gängigen Schönheitsidealen entspricht (Um die Relevanz des Ganzen darzustellen: Wer würde denn schon für teures Geld ein Kleidungsstück kaufen, das nicht mehr modern ist – da wäre die Aussicht auf Anerkennung doch nichtig :p). Das gängige Schönheitsideal: schlanke Frauen, no fat chicks, sind laut Klischees attraktiv.

In meiner jugendlichen Naivität zweifle ich generell daran, dass die Klischees, die hier umrissen werden, der Wahrheit entsprechen. Tatsächlich scheint es aber den ein oder anderen zu geben, der sich offen zur „No-fat-chicks“-Einstellung bekennt und mich im Gegenzug mit folgendem Vorwurf konfrontiert: „Nun sei du doch mal ehrlich, du würdest auch nicht mit Quasimodo ins Bett gehen?!“ Hm…Diskriminierung als neue Form der Ehrlichkeit? Interessant – aber bei Quasimodo war es ja tatsächlich nicht anders. Den mochte auch niemand so recht, schließlich waren Buckel zu keiner Zeit in Mode. Oder lag es vielleicht daran, dass er einem bei Victor Hugo doch nicht ganz geheuer war? In der Disney-Version ist er dann doch ganz knuffig – und ich habe nie verstehen können, warum Esmeralda Phoebus, den Ritter in der sprichwörtlich goldenen Rüstung, zu ihrem Geliebten erklärt. Schließlich hat man schon in „Die Schöne und das Biest“ gelernt, dass sich die wahre Schönheit im Verborgenen findet – oder, meine Herren?